Nachruf

Trauer um Berliner Schauspielerin Hendrikje Fitz

Der Star der ARD-Serie „In aller Freundschaft“ stirbt mit 54 Jahrern an Brustkrebs. Figur der Pia Heilmann wird nicht wieder besetzt

Hendrikje Fitz starb im Alter von 54 Jahren an Krebs

Hendrikje Fitz starb im Alter von 54 Jahren an Krebs

Foto: dpa Picture-Alliance / rtn, ulrike blitzner / picture alliance / rtn - radio t

Die Schauspielerin Hendrikje Fitz, vielen bekannt aus der ARD-Serie „In aller Freundschaft“, ist am Donnerstagnachmittag gestorben. Die 54-Jährige erlag in Berlin den Folgen ihrer Brustkrebserkrankung.

Die Erkrankung war im Jahr 2014 von Ärzten diagnostiziert worden. Die Schauspielerin hatte die Diagnose selbst öffentlich gemacht – und war mit ihrem bewundernswerten Umgang zu einem Vorbild geworden. Sie hatte oft ihren Mut betont, gegen den Krebs anzukämpfen. „Ich habe keine Lust, mir die gute Laune verderben zu lassen“, sagte sie in einem Interview.

Fitz hatte nach einer Chemotherapie und Bestrahlungen gehofft, den Krebs besiegt zu haben. Er kam jedoch im September 2015 zurück. Es hatten sich Metastasen im Gehirn gebildet. „Es gibt Ereignisse im Leben, die kommen daher wie eine kleine Naturgewalt, wirbeln alles durcheinander, stellen alles auf den Kopf und plötzlich ist nichts mehr, wie es vorher war“, schrieb sie im November auf ihrer Facebook-Seite.

Fans, Fernsehverantwortliche und die Serienfamilie trauern

Hendrikje Fitz war Star in der MDR-Klinikserie „In aller Freundschaft“ und hatte wegen der Krebserkrankung bereits Anfang des Jahres eine Auszeit genommen. Die Schauspielerin stellte in der Serie die Physiotherapeutin Pia Heilmann, Ehefrau des Chefarztes Dr. Roland Heilmann (Thomas Rühmann), dar. Der 60-jährige Rühmann hatte seine Serienpartnerin zu Jahresbeginn während einer Therapie in Italien besucht. „Ich habe eine gute Freundin verloren, eine wunderbare Kollegin, eine Komödiantin auf der Bühne“, sagte Rühmann am Freitag.

Sein Beileid sprach MDR-Fernsehdirektor Wolf-Dieter Jacobi aus: „Wir sind bestürzt und traurig über den Tod von Hendrikje Fitz, die mit großer Spielbegeisterung und viel Liebe zu ihrer Rolle unsere ARD-Serie ‘In aller Freundschaft’ geprägt hat“, heißt es in einer Mitteilung. „Wie ihre Fans werden wir uns im MDR immer gerne an sie erinnern.“

Letzte Folge am 26. April

Mit Hendrikje Fitz´ Tod werden die Zuschauer sich auch von der Figur Pia Heilmann verabschieden müssen, teilte MDR-Fernsehfilmchefin Jana Brandt mit. „Ihre Serienfamilie, Freunde und Kollegen in der Sachsenklinik werden nun ihre Wege leider ohne sie weitergehen“, so Brandt. Der MDR änderte in der Nacht zu Sonnabend sein Programm und zeigte drei Folgen von „In aller Freundschaft“ mit Hendrikje Fitz. Die zuletzt mit ihr gedrehte Folge „Wahre Freunde“ soll am 26. April im Ersten zu sehen sein.

Hendrikje Fitz stammte aus einer Schauspielerfamilie: Ihr Vater war der Theaterschauspieler Peter Fitz (1931-2013), ihre Brüder Florian und Nikolai Fitz sind ebenfalls Schauspieler. Ihre Karriere startete die gebürtige Frankfurterin, die zuletzt in Charlottenburg lebte, mit 20 Jahren an der Volksbühne in Berlin. Sie spielte sechs Jahre Theater, bevor sie mit einer freien Schauspielausbildung begann.

Ehrenamtliches Engagement für soziales Projekt in Afrika

Einem breiten Publikum wurde sie durch ihre Auftritte in TV-Serien wie „Wolffs Revier“, „Alphateam“ und „Neues vom Bülowbogen“ bekannt. 2001 spielte sie in dem internationalen Kinofilm „Ripleys Game“ mit. Schon seit 1998 stand sie als Pia Heilmann in mehr als 700 Folgen von „In aller Freundschaft“ – die Serie wird im Auftrag des MDR von der Saxonia Media in Leipzig produziert – vor der Kamera. Sven Sund, Geschäftsführer der Saxonia Media: „Hendrikje Fitz war eine wunderbare Schauspielerin und in unserem Team eine sehr vertraute Kollegin. Jetzt ist sie nicht mehr dort, wo sie immer war – aber sie ist weiterhin in unseren Herzen. Wir sind dankbar für die wundervollen Jahre, die wir gemeinsam mit Hendrikje verbringen durften.“ Anfang des Jahres 2015 war Hendrikje Fitz trotz ihrer schweren Krankheit noch einmal für ein paar Folgen an das Set von „In aller Freundschaft“ zurückgekehrt.

Hendrikje Fitz engagierte sich ehrenamtlich. Sie unterstützte das medizinische Projekt der „German Doctors“ in Sierra Leone und führte über ihre Erfahrungen ein Reisetagebuch, in dem sie aus dem Alltag der Menschen erzählt. Zu ihrem Engagement heißt es auf ihrer Webseite: „Dass ich in einem reichen Industrieland geboren wurde, ist kein Verdienst – es ist einfach Glück. Dass ich dort zudem noch zu den Privilegierteren gehöre – ist ein Riesengeschenk. Mir ist es daher ein tiefes Bedürfnis, denen beiseite zu stehen, die weit weniger Glück haben als ich.“