Kultur

Halbe Million Euro Preisgeld für die Autorin Meg Rosoff

Die amerikanisch-britische Jugendbuchautorin Meg Rosoff bekommt den Astrid-Lindgren-Preis 2016. „In funkelnder Prosa schreibt sie über die Suche nach Sinn und Identität in einer eigentümlichen und bizarren Welt“, begründete Jury-Chefin Boel Westin die Wahl in Stockholm. „Ihre mutigen und humorvollen Geschichten sind einzigartig. Sie lässt keinen Leser unberührt.“

Rosoff konnte es am Dienstag zunächst nicht fassen, dass sie den Preis bekommen sollte, der als Nobelpreis für Kinder- und Jugendliteratur gilt. „Oh mein Gott, das ist fantastisch! Ich muss mich setzen, ich kann das nicht glauben“, sagte sie kurz nach der Bekanntgabe am Telefon zu Westin.

Die Werke der 1956 in Boston geborenen Autorin wie „So lebe ich jetzt“ oder „Was wäre wenn“ seien nicht nur etwas für Jugendliche, sondern sprächen alle Altersgruppen an, erklärte die Jury. Wie Astrid Lindgren verstehe Rosoff es, sich in junge Menschen hineinzuversetzen. Für ihre Jugendbücher, die in mehr als 20 Sprachen übersetzt sind, hat die Schriftstellerin bereits etliche Preise bekommen. Dazu zählen der Kinderbuchpreis der britischen Zeitung „Guardian“ und der Deutsche Jugendliteraturpreis. 2015 hatte die südafrikanische Organisation Praesa den Astrid-Lindgren-Preis für ihre Rolle bei der Leseförderung von Kindern bekommen. Mit fünf Millionen schwedischen Kronen (540.000 Euro) gilt die Auszeichnung als weltweit höchstdotierte in der Kinder- und Jugendliteratur. Verliehen wird der diesjährige Preis am 30. Mai in Stockholm. Sieben Jugendromane hat Meg Rosoff in den vergangenen zwölf Jahren geschrieben, in England ist vor einigen Monaten mit „Jonathan Unleashed“ ihr erstes Buch für Erwachsene erschienen.