Kultur

Punks are dead: Protest gegen eine Gedenkfeier

Mit der Sammlung könnte man ein komplettes Museum über die Sex Pistols bestücken: Latexkleider, ein Türgriff mit pink Logo „Sex 430“, Test-Schallplatten der ehemaligen Punkband und noch viel mehr. „Ich habe alles behalten“, sagt Joe Corré, Sohn von Sex-Pistols-Manager Malcolm McLaren und Modedesignerin Vivienne Westwood. „Aber ich werde alles verbrennen.“ Der 48-Jährige meint es offenbar ernst. Er wolle die Erinnerungsstücke im Wert von fünf Millionen Pfund (6,3 Millionen Euro) Ende November öffentlich vernichten, teilt er mit. Als Protest gegen ein Punk-Gedenken zum 40. Geburtstag der einstigen Jugendbewegung in London, das seinen Angaben zufolge von Queen Elizabeth II. unterstützt wird. Für Corré ist das pure Verhöhnung: „Anstatt eine Bewegung für Veränderung ist Punk zu einem verdammten Museums-Ausstellungsstück verkommen.“ Der „Segen“ der Queen für die Konzerte, Ausstellungen, Filme und Diskussionen sei das „Furchterregendste“, was er je gehört habe.

Offiziell hat sich das Königshaus nicht geäußert. Sollte die Queen das Spektakel für die Punk-Bewegung un-terstützen, hätte das eine gewisse Ironie, da die Sex Pistols auch mit Provokationen gegenüber dem Königshaus Furore machten. God save the queen/ The fascist regime“ sang Johnny Rotten 1977. Er meinte es nicht ironisch.