Kultur

Die amerikanische Wildnis war Kulisse seiner Geschichten

Schriftsteller Jim Harrison stirbt im Alter von 78 Jahren

Der amerikanische Schriftsteller Jim Harrison, der die Buchvorlage für den Film „Legenden der Leidenschaft“ lieferte, ist tot. Der Dichter und Autor starb am Sonnabend in seinem Winterdomizil im US-Staat Arizona, wie sein Verlagshaus Grove Atlantic dem Sender CNN am Sonntag mitteilte. Harrison wurde 78 Jahre alt.

Der Schriftsteller hatte abwechselnd in Patagonia (Arizona) und in Livingston (Montana) gelebt. Der Autor von rund 40 Werken, der selbst auf einer Farm in Reed City aufgewachsen war, machte oft die amerikanische Wildnis zur Kulisse seiner Geschichten. Er war ein leidenschaftlicher Jäger, Angler und Wanderer. Zu seinen bekanntesten Romanen zählt das Epos „Legends of the Fall“, das vom einer Familie in Montana erzählt. Mitte der 1990er Jahre kam es unter dem Titel „Legenden der Leidenschaft“ in die deutschen Kinos.

Der Film erzählt die Geschichte der drei Söhne von Colonel William Ludlow: Tristan, Alfred und Samuel. Sie leben auf einer einsamen Ranch in Montana kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Der Film war der Durchbruch für den Schauspieler Brad Pitt, der den wilden Tristan, einen der drei Söhne, spielte. Die Tragödie beginnt, als sich die Söhne trotz des Widerstands ihres Vaters freiwillig bei der kanadischen Armee melden, um im Ersten Weltkrieg für die Briten zu kämpfen. Der gebildete Sohn Samuel stirbt 1915 im Gewehrfeuer, weil Tristan ihn aus den Augen gelassen hat. Anthony Hopkins war in der Vaterrolle zu sehen. John Toll gewann für die Kameraarbeit 1995 den Oscar. Außerdem war der Film in den Kategorien Bestes Szenenbild und Beste Tonmischung nominiert.

Harrison war auch Ko-Autor des Drehbuchs für das Rachedrama „Revenge – Eine gefährliche Affäre“, das 1990 mit Kevin Costner und Anthony Quinn verfilmt wurde. Vier Jahre später wirkte er an dem Skript für den Film „Wolf – Das Tier im Manne“ mit Jack Nicholson mit. Zu seinen weiteren Bucherfolgen zählen „Dalva“, „Julip“, „True North“ und das düstere Vater-Sohn-Drama „Schuld“. Er veröffentlichte Kurzgeschichten und Essays in den führenden amerikanischen Zeitschriften. Erst kürzlich, in diesem März, war in den USA beim Verlag Grove Atlantic sein Roman „The Ancient Minstrel“ erschienen. Im vergangenen Jahr war Harrison noch in die American Academy of Arts and Sciences gewählt worden.