Kultur

Das Happy End von „Tausendundeine Nacht“ auf Deutsch

„Tausendundeine Nacht“ ist ein Klassiker der Weltliteratur. Nacht für Nacht erzählt die kluge Schahrasad dem grausamen König Schahriyar eine abenteuerliche und spannende Geschichte, die ihn bei Laune und sie selbst am Leben hält. So reiht sie muntere Anekdoten, Tierfabeln oder Liebesgeschichten in einem bunten Reigen der Fabulierkunst aneinander. Doch wie geht Schahrasads eigene Geschichte aus?

Über das Ende der Rahmenhandlung war bisher fast nichts bekannt. Es steht allerdings ausführlich in einem Manuskript, das die Arabistin Claudia Ott jetzt erstmals ins Deutsche übertragen hat. Unter dem Titel „Tausendundeine Nacht – Das glückliche Ende“ ist es dieser Tage im C.H. Beck Verlag erschienen. Das Buch schildert die letzten 125 Nächte sowie das „Happy End“ von „Tausendundeine Nacht“: Der König bereut nicht nur seine bösen Taten, er rettet auch Schahrasad und bietet ihr zudem die Heirat an. Am Ende führt das Paar das „köstlichste und genussvollste Leben“.

Unter dem irreführenden Titel „Abhandlung über die Tücke der Weiber“ hatte das Manuskript jahrhundertelang in einer Bibliothek im anatolischen Kayseri gelegen. Wegen der falschen Beschriftung war es nicht als Teil von „Tausendundeine Nacht“ erkannt worden. Zudem waren zahlreiche Blätter des Konvoluts in Unordnung. Ott datiert das Manuskript auf die Zeit um 1500. Die Wissenschaftlerin übersetzte bereits 2004 das bisher älteste Fragment von „Tausendundeine Nacht“, das den Anfang der Geschichte enthält, ins Deutsche.