Kultur

Schauspiel und Musik sind Liefers „großes Glück“

Seine Band Radio Doria steht vor dem Start ihrer Tour

Popmusik statt Pathologie, Rhythmus statt Regieanweisung, Taktgefühl statt „Tatort“: Jan Josef Liefers konzentriert sich auf die Musik. Der Schauspieler und Star des Münster-„Tatorts“ geht mit seiner Band Radio Doria auf Tour. Es ist eine Jubiläumstournee und eine Deutschlandreise. Start ist am kommenden Montag in Frankfurt, die Tour läuft bis September, in Berlin tritt die Band am 26. 3. im Admiralspalast auf. Liefers, der im ARD-Krimi an der Seite von Axel Prahl den gestelzten Rechtsmediziner Professor Boerne gibt, mag es als Musiker ungezwungen. „Es hat eine Magie, Musik zu machen und mit dem Publikum hautnah in Kontakt zu kommen. Und es macht großen Spaß.“ Liefers steckt mit seinen fünf Musikerkollegen in den letzten Vorbereitungen für die Tour. „Als Musiker im Liveknzert auf der Bühne kann ich frei agieren“, sagt er. „Als Schauspieler schlüpfe ich in eine Rolle, verkörpere eine andere Person, einen fremden Charakter, folge Drehbüchern und Regieanweisungen.“ Mache er Musik, sei dies anders. „Ich genieße das, einfach ich selbst zu sein, mit den Jungs jeden Abend was aus dem Hut zu zaubern und damit Menschen begeistern zu können.“ Dass er beides machen könne, Schauspiel und Musik, bezeichnet er als großes Glück.

„Es sind ein Stück weit anarchistische Konzerte“, sagt Keyboarder Gunter Papperitz. Es gebe zwar ein Konzept. „Doch wir lassen uns treiben. Springt der Funke aufs Publikum über, ist das ein großes Glücksgefühl.“ Die direkte Resonanz, sagt Liefers, die man live auf der Bühne bekommt, „die fehlt mir manchmal beim Filmemachen“.

„Wir sind eher eine Demokratie als eine Monarchie“

Seit zwölf Jahren sind die sechs Männer Radio Doria, seit genau zehn Jahren gehen sie regelmäßig auf Tournee und bilden als Band eine Einheit. Personell verändert hat sich die Band in den zwölf Jahren nicht. Sangen sie anfangs in englischer Sprache, sind es inzwischen deutsche Lieder. Damit erreichen sie ein größer werdendes Publikum. Deutsch-Pop ist zum Markenzeichen der Band geworden.

Der „Tatort“-Star ist zwar Sänger und Frontmann, doch Radio Doria ist keine Liefers-Show, sagt er. „Ich bin nur ein Teil des Ganzen, wir sind eher eine Demokratie als eine Monarchie.“ Komponiert und geplant wird gemeinsam, auf Tour geht es im Bus. „Wir sind keine Band, die in getrennten Limousinen vorfährt“, sagt Liefers. „Die jetzige Tour steht im Zeichen eines kleinen Abschieds“, erzählt Schlagzeuger Timon Fenner. Im Zentrum sind die 14 Pop-Songs des aktuellen Albums „Die freie Stimme der Schlaflosigkeit“, mit denen die Band Chart-Erfolge erzielte.