Kultur

„Er hat einen der schwierigsten Jobs in unserer Branche“

Philharmoniker verabschieden Intendant Martin Hoffmann

Er habe Martin Hoffmanns Entscheidung mit Bedauern zur Kenntnis genommen, erklärte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Montag. Hoffmann, Intendant der Berliner Philharmoniker, hört im August 2017 auf, wie die Berliner Morgenpost am Montag berichtet hatte. Hoffmann werde seinen Vertrag auf eigenen Wunsch hin nicht verlängern, so Müller. Die Stiftung Berliner Philharmoniker sei heute „inhaltlich und ökonomisch bestens für die Zukunft aufgestellt“. Der frühere SAT.1-Geschäftsführer und Chef der TV-Produktionsfirma MME habe die Öffnung des Spitzenorchesters für neue Formate, Publikumsschichten und Unterstützer erfolgreich ausgebaut.

Martin Hoffmann (56) war 2010 als Nachfolger von Pamela Rosenberg Intendant der Stiftung Berliner Philharmoniker geworden. Sein Vertrag endet nunmehr am 31. August 2017. „Das ist so eine wunderbare Zeit, die ich habe bei den Philharmonikern“, sagte der scheidende Intendant am Montag im RBB-Kulturradio. Und es gehe jetzt auch noch anderthalb Jahre weiter, dann werden es insgesamt sieben Jahre sein. „Das ist eine schöne Amtszeit“, so Hoffmann. Es sei so, wie sein Großvater immer sagte: „Wenn es am schönsten ist, soll man auch aufhören. Und das ist für mich ein idealer Zeitpunkt.“ Auf die Frage, ob er einen besseren Job in Aussicht hätte, versicherte Hoffmann sofort: „Nein, überhaupt nicht. Das wird man sehen. Ich bin jetzt noch eine Weile da.“ Aber wenn man noch einmal etwas Neues machen wolle, so Hoffmann, „dann wäre jetzt ein guter Zeitpunkt zu sagen, es läuft aus.“

Hoffmann ist der langjährige Intendant in der Ära Simon Rattles, der das Berliner Spitzenorchester offiziell 2018 verlässt und als Chefdirigent nach London wechselt. „Ich habe die Zusammenarbeit mit Martin Hoffmann in den letzten sechs Jahren immer sehr geschätzt“, teilte Sir Simon mit: „Er hat einen der schwierigsten Jobs in unserer Branche mit gesundem Menschenverstand, gutem Humor und einem großen Maß an Kreativität ausgeübt.“ Die beiden Orchestervorstände Ulrich Knörzer und Knut Weber bedankten sich bei Hoffmann, hauptsächlich, weil er die Entscheidung so frühzeitig mitgeteilt hat. „Dadurch haben wir die Möglichkeit, gemeinsam mit den Kulturverantwortlichen des Berliner Senats die Nachfolge mit größter Sorgfalt zu regeln.“

Interessant war die Überschrift der Pressemitteilung, die von einem „Intendantenwechsel“ sprach. Für einen Wechsel braucht man bekanntlich zwei; einen, der geht, und einen, der kommt. Demnach müsste es den Nachfolger bereits geben. Er bleibt in der Hoffmann-Verabschiedung aber ungenannt. Man ist gespannt.