Ausstellung

Bürger wollen das Haus der Berliner Festspiele sichern

Akademie der Künste zeigt in der „DEMO:POLIS“ -Ausstellung auch Entwürfe der BI Fasanenplatz, die den Kulturstandort stärken will.

Berlin.  Dass es eine Gruppe von Anwohnern mit ihren Vorstellungen zur Gestaltung eines Areals in eine Ausstellung der Akademie der Künste schafft, dürfte nicht allzu oft vorkommen. Der Bürgerinitiative (BI) Fasanenplatz ist das gelungen. Was auch damit zu tun haben könnte, dass das Haus der Berliner Festspiele betroffen ist.

Seit 2002 engagiert sich die BI für die Stärkung des Kulturstandorts zwischen Fasanenplatz und Bundesallee – dort sind auch die Universität der Künste (UdK) und die Bar jeder Vernunft zu Hause –, und hat sich erfolgreich „gegen die verschiedenen spekulativen Büro- und Wohnungsbauprojekte gewandt“, wie es in einer Mitteilung der Akademie heißt. Deren Ausstellung „DEMO:POLIS – Das Recht auf Öffentlichen Raum“ wird am 11. März im Haus am Hanseatenweg eröffnet.

Mit Plänen und Modellen, Fotografien und Filmen soll veranschaulicht werden, wie Architekten, Stadtplaner, Künstler und Bürger den Öffentlichen Raum gestalten und nutzen. Wie städtebauliche Konzepte nicht von Investoren, sondern von Bewohnern selbst entwickelt werden. Die präsentierten Beispiele reichen vom Brooklyn Bridge Park in New York bis zum Tempelhofer Feld in Berlin.

Ein von Investoren besondersbegehrtes Areal

Und dem Gebiet ums Festspielhaus. Ein im Vergleich zum ehemaligen Flughafen kleines, aber von Investoren begehrtes Areal. Die Besitzer haben in den vergangenen Jahren gewechselt, Pläne für eine Bebauung konnte bislang keiner durchsetzen. Was auch am Widerstand der Anwohner lag, die mittlerweile eine Art Patenschaft für den Gerhart-Hauptmann-Park übernommen haben. „Wir haben bislang immer reagiert“, sagt Jasmin Dulic von der BI. Jetzt „wollen wir in die Offensive gehen und in der Ausstellung einen städtebaulichen Entwurf für das Areal vorstellen“. Der stammt von dem in Zürich ansässigen Büro des Schweizer Landschaftsarchitekten Guido Hager, das unter anderem den Wettbewerb zur Neugestaltung der Rheinuferpromenade Basel gewonnen hatte.

Details zum Entwurf möchte die Bürgerinitiative noch nicht verraten, schließlich wird die Ausstellung erst am 11. März eröffnet. Letztlich geht es um etwa 7000 Quadratmeter, für die der Bund das Vorkaufsrecht hat und das er aus Sicht der Bürgerinitiative ausüben sollte, um den Kulturstandort langfristig zu sichern. Das Festspielhaus hatte der Bund bereits vor einigen Jahren erworben und das Gebäude für etliche Millionen Euro grundsaniert, aber auf den Kauf einiger Flächen verzichtet. Das führte zu der kuriosen Situation, dass ein früherer Investor Druck aufbaute indem er drohte, Lkw die Zufahrt zur Hinterbühne des Festspielhauses zu untersagen – damit wäre ein Spielbetrieb im Festivalmodus, also mit nahezu täglich wechselnden Bühnenbildern, nicht mehr möglich gewesen.

Die auf dem Gesamtareal verteilt liegenden Grundstücke des Investors wurden schließlich weiterverkauft. Der neue Besitzer plant Büros. Unter anderem soll dafür das Parkhaus, auf dem auch die Bar jeder Vernunft untergebracht ist, abgerissen werden. Ohne eine Änderung des Bebauungsplans „lassen sich diese Vorstellungen aber nicht realisieren“, sagt BI-Vertreter Dulic. Und das genau ist der Punkt, auf den die Anwohner ihre Hoffnung setzen: dass der Bezirk hart bleibt, der Investor sich zurückzieht und schließlich die Neugestaltungspläne der Bürgerinitiative realisiert werden.