Worauf wir uns

485 Minuten und keine Sekunde weniger

John Badalu ist Indonesier, wohnt in Bangkok und würde gern mehr zu Hause sein. Er bereist für die Berlinale die Festivals in Asien und schlägt dem Festival-Team von Dieter Kosslick Filme vor. Aus dem reichen Angebot des philippinischen Filmmarktes mag er die Produktionen von Lav Diaz besonders und als er hörte, dass dieser an einem monumentalen Werk arbeite, wollte er den Film unbedingt für die Berlinale vorschlagen. „Seine Filme sind immer mindestens drei Stunden lang“, sagt er, „aber in diesem Film sollen 15 der besten philippinischen Schauspieler mitspielen.“ Doch die Produktionsfirma vertröstete ihn von Woche zu Woche.

„Als die allerletzte Deadline heranrückte, kam der Anruf der Produzentin: „Wir haben den Final Cut, wir können nicht mehr schneiden, Lav Diaz kann nichts mehr kürzen.“ Was das bedeutet, können die Berlinale-Zuschauer am heutigen Donnerstag in den Kinos sehen: „Hele Sa Hiwagang Hapis“ (A Lullaby to the Sorrowful Mystery) läuft im Berlinale-Palast mit gerade mal einer Stunde Pause. Die Länge: 485 Minuten, etwas mehr als acht Stunden. John Badalu: „Manchmal lässt einen die Story los und dann packt sie wieder so zu, dass man froh ist, geblieben zu sein.“