„Wir sind wir“

Berliner DJ Paul van Dyk verbietet AfD Nutzung seines Songs

Der Thüringer Landesverband der AfD spielte mehrmals den Song des Berliner DJs. Der will das künftig unterbinden.

DJ Paul van Dyk möchte nicht, dass seine Songs auf Veranstaltungen der AfD gespielt werden

DJ Paul van Dyk möchte nicht, dass seine Songs auf Veranstaltungen der AfD gespielt werden

Foto: Matthias Balk / dpa

Der Berliner DJ Paul van Dyk will der Alternative für Deutschland (AfD) die Nutzung seines Songs „Wir sind wir“ verbieten. Das berichtet die „Zeit“ in ihrer aktuellen Ausgabe. Ein Brief van Dyks sei Anfang Februar in der Bundesgeschäftsstelle der AfD eingegangen, bestätigte Parteisprecher Christian Lüth am Mittwoch.

Das Lied „Wir sind wir“ von van Dyk und Peter Heppner war mehrfach auf Kundgebungen des Thüringer AfD-Landesverbandes unter Björn Höcke gespielt worden. Van Dyk und Peter Heppner hatten den 2001 erstmals veröffentlichten Titel gemeinsam geschrieben

„Ich distanziere mich aufs Schärfste von der AfD“, sagte Paul van Dyk laut „Zeit“. Eine Sprecherin der Thüringer AfD sagte zur Beschwerde des Musikers: „Wir prüfen das.“ In einem Beitrag für die Tageszeitung „Die Welt“ hatte van Dyk 2008 bekannt, „von ganzem Herzen Sozialdemokrat“ zu sein. „Mein ganzes Leben habe ich nur SPD gewählt und die Partei als Künstler immer wieder unterstützt“, schrieb van Dyk damals.

Der Thüringer Landesverband erklärte, er wolle auch weiterhin Lieder bekannter Künstler auf seinen Kundgebungen spielen. Neben „Wir ist Wir“ kämen auch andere in Frage. „Selbstverständlich erfolgt die Verwendung dieser Titel unter Beachtung des geltenden Rechts“, betonte der parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion im Landtag, Stefan Möller. Anderslautende Behauptungen seien ohne jede Grundlage.

„Wir sind wir“ ist ein Lied über die Deutschen, mit Anspielungen auf den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg und die Wiedervereinigung. In dem Song heißt es unter anderem „Wir sind wir, wir steh'n hier, wieder eins in einem Land, superreich und abgebrannt“ und „so schnell kriegt man uns nicht klein“.

In der jüngsten Vergangenheit hatte es immer wieder Kontroversen um die Nutzung von Popsongs durch politische Parteien gegeben. Ihren Sieg bei der Bundestagswahl 2013 feierte die CDU mit dem Song „Tage wie diese“ der Toten Hosen - zur Empörung der Band. „Wir empfinden es als unanständig und unkorrekt, dass unsere Musik auf politischen Wahlkampfveranstaltungen läuft“, teilten die Toten Hosen damals mit. Ein Anruf von Kanzlerin Angela Merkel bei Sänger Campino beruhigte die Gemüter.

Zuletzt protestierte Sängerin Adele dagegen, dass US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump bei Veranstaltungen ihre Musik verwendet.