Worauf wir uns

Deutliche Worte des ewigen Querdenkers

Spike Lee ist immer ein dankbarer Gast. Weil er provokant ist und keine Debatte scheut. Dafür ist der afroamerikanische Regisseur bekannt. Und das hat er erst jüngst bewiesen, als er mit anderen Filmgrößen wie Will Smith und Jada Pinkett Smith zum Boykott der Oscar-Zeremonie aufgerufen hat. Weil einmal mehr keine Afroamerikaner nominiert sind. Den Oscars gibt er also einen Korb, zur Berlinale aber kommt er. Das freut niemanden mehr als Berlinale-Chef Dieter Kosslick. Denn gewöhnlich läuft es ja andersherum. Die großen Stars in Hollywood rüsten sich alle für die Oscar-Nacht, die in diesem Jahr nur eine Woche nach dem Berlinale-Abschluss stattfindet, und wollen so kurz davor nicht noch über den großen Teich fliegen.

Spike Lee aber ist da. Er wird sicher auch hier auf der Pressekonferenz einige klare Worte zu den Oscars sagen. Der Filmemacher wird aber vor allem auch ein neues Werk präsentieren, das zwar die alltägliche Gewalt auf den Straßen von Amerika anprangert, dies aber auf eine für ihn ziemlich ungewohnte Weise: mit komödiantischen Zügen. In „Chi-Raq“ hat er die alte Geschichte von „Lysistrata“ völlig neu als Bandenkrieg im heutigen Chicago erzählt. Mit viel Witz und mit viel Hip-Hop.