Worauf wir gut

Wenn Journalisten zu Fans werden

Reihe 16 Mitte im Berlinale Palast bleibt in diesem Jahr auffallend häufig leer. Da sitzt ja eigentlich die Internationale Jury um Meryl Streep, die am Ende über die Bären entscheidet. Aber viele Wettbewerbsfilme werden offensichtlich in einer privaten Vorführung in einem Extrasaal vorgenommen. Man kann es den Promi-Juroren nicht verdenken. Schlimm genug, dass sie am Teppich und auch anderswo ständig von Fans belauert werden, die Autogramme wollen oder gleich ein Selfie mit dem Star. Als sei man der schiefe Turm von Pisa.

Die Wettbewerbsbeiträge guckt sich die Jury eigentlich in Pressevorführungen an. Mit Publikum also, was immer gut ist als Stimmungsbarometer, aber mit Fachpublikum. Die sollten eigentlich etwas professioneller damit umgehen. Aber Pustekuchen. Wenn Frau Streep schon dasitzt, das Saallicht aber noch nicht erlischt, glimmen allerorten die Handys auf. Vor ihr, aber auch hinter ihr. Gut, dass wenigstens seitlich Bodyguards sitzen. Man kann nur den Kopf schütteln über solche Kollegen. Nennen sich Journalisten und gerieren sich doch nur wie einfache Fans. Kein Wunder, dass die Jury da lieber verdeckte Sache macht. Eigentlich schade.