Worauf wir gut

Nieselgrau, nebeltrüb und nasskalt

An illustren Gästen ist wahrlich kein Mangel auf der Berlinale. Es gibt aber einen Gast, der jedes Jahr kommt und der gern mal zu Hause bleiben könnte. Dieses Jahr schien das auch tatsächlich so zu werden, aber nein, am Tag vier des Festivals ist es doch noch angekommen: das Schmuddelwetter. Nieselgrau, nebeltrüb und nasskalt hat uns der Valentinstag in Berlin erwartet, und damit die Kälte auch so richtig in einem hochsteigt, wurden die ersten Gäste beim Berlinale-Palast frühmorgens erst mal am Eingang aufgehalten, sodass die Schlange schön im Kalten schlottern durfte. Danke, liebe Saalschwestern und -brüder. Das Röcheln und Husten im Kino wird so in den kommenden Tagen verlässlich ansteigen.

Dabei ging alles so schön los. Wir haben uns wieder und wieder ertappt, wie wir in den vergangenen Tagen nach unserer Sonnenbrille genestelt haben. Und Lichttanken ist ja immer gut für die Zirbeldrüse. Vielleicht waren deshalb bislang alle so gut gelaunt hier. Andererseits gehört das Schmuddelwetter einfach zum Festival dazu wie die Palmen in Cannes und der Lagunengeruch in Venedig. Und Unverwechselbarkeit muss man schließlich pflegen.