Worauf wir uns

Vom Wohnzimmer in den Widerstand

Dies ist die Verfilmung eines erstaunlichen Buches. Primo Levi hat Hans Falladas Roman „Jeder stirbt für sich allein“, der 1947 erstmals erschienen ist, einmal als das beste Buch bezeichnet, das je über den deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus geschrieben worden ist. Und es hat bis heute nichts von seiner literarischen Kraft eingebüßt: Als der Roman vor fünf Jahren in seiner ungekürzten Originalfassung neu veröffentlicht wurde, erwies er sich als dauerhafter Verkaufsschlager. Nicht nur in Deutschland. Es ist die Geschichte des Arbeiterehepaars Anna und Otto Quangel, die in der Trauer um ihren im Krieg gefallenen Sohn die Lügen des Hitler-Regimes erkennen und mit Postkarten und Flugblättern dagegen vorzugehen beginnen. Schnell geraten die beiden deshalb in Lebensgefahr.

Regisseur Vincent Perez geht kein kleines Risiko ein, wenn er diese Geschichte mit Emma Thompson und Brendan Gleeson in den Hauptrollen (und Daniel Brühl in einer Nebenrolle) noch einmal neu erzählt. Denn natürlich hat Regisseur Alfred Vohrer, haben die Darsteller Hildegard Knef und Carl Raddatz in ihrer Verfilmung von 1975 die Maßstäbe für diesen Stoff gesetzt. Spannende Frage, ob Perez sie erreicht.