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Die Berlinale wird zur Bowienale

Aus Anlass seines Todes ist noch mal ein alter Kultfilm zu sehen

Einen schöneren Abschied für David Bowie hätte sich die Berlinale kaum ausdenken können. Dem vor einem Monat verstorbenen Musiker und Schauspieler wird noch einmal mit seinem seltsam-schönsten Leinwandauftritt gedacht. Vor genau vier Jahrzehnten besetzte Kultfilmer Nicolas Roeg ihn in „Der Mann, der vom Himmel fiel“ als Außerirdischen. In dem melancholischen Science-Fiction-Film landet er als Alien auf der Erde, um Wasser für die Bewohner seines ausgetrockneten Wüstenplaneten zu finden. Hier baut der mit allerlei Talenten und Empathie ausgestattete Besucher von einem anderen Stern ein Raumschiff für die Rückreise, scheitert aber am Ende aber an den von ausbeuterischen Konzernen geprägten Verhältnissen auf der Erde.

Bowies erste Kinorolle war dem Rockstar auf den androgynen Astralleib geschrieben. Während der Dreharbeiten stand er ständig unter Kokaineinfluss und stürzte sich intuitiv in die Figur, nutzte seinen eigenen fragilen Zustand, um einen zerbrechenden Mann zu verkörpern. Die Berlinale würdigt das Allroundtalent nun mit einer Projektion der restaurierten, ungekürzten Fassung dieses Kultfilms. Zeitgleich gibt es am Marlene-Dietrich-Platz für Fans noch eine Chance, Bowie zu feiern. Bei freiem Eintritt veranstaltet die Berlinale Lounge Night einen Abend mit live gesungenen Bowie-Songs, Geschichten und Gästen wie Uli Edel, dem Regisseur von „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“, zu dem Bowie den Soundtrack zusteuerte. 240 Minuten kann man in Erinnerungen schwelgen, ein Tränchen verdrücken und darauf vertrauen, dass der Starman sich die Doppelhommage seiner ehemaligen Wahlheimat Berlin von irgendwo aus der Unendlichkeit anschaut.

Er ist nicht der einzige Tote, dem das Festival einen Programmpunkt widmet. „Harry Potter“-Star Alan Rickman wird mit dem Goldenen-Bär-Gewinner „Sinn und Sinnlichkeit“ geehrt (16.2., 22.30 Uhr, International) und vom Regisseur Ettore Scola läuft „Der Ball“ (18.2., 16 Uhr, Cinemaxx 6). Die Filmemacherin Chantal Akerman ist mit gleich zwei Werken vertreten. In der Sonderreihe zum 30. Jubiläum des Teddy Awards werden „Je, tu, il, elle“ und „Toute une nuit“ gezeigt.

Friedrichstadt-Palast, Heute, 21 Uhr