Mit Emma Watson

„Colonia Dignidad“ feiert Europapremiere in Berlin

Geschichtsstunde im Sony Center: Emma Watson und Daniel Brühl gaben sich bei der Premiere von „Colonia Dignidad“ die Ehre.

Michael Nyqvist, Emma Watson und Daniel Brühl auf dem roten Teppich bei der Premiere von „Colonia Dignidad“  JÖRG KRAUTHÖFER

Michael Nyqvist, Emma Watson und Daniel Brühl auf dem roten Teppich bei der Premiere von „Colonia Dignidad“ JÖRG KRAUTHÖFER

Foto: Jörg Krauthöfer

Zur Geschichtsstunde mit Popcorn hatten am Freitagabend Regisseur Florian Gallenberger und Produzent Benjamin Herrmann ins Sony Center am Potsdamer Platz geladen. Denn über die Colonia Dignidad, eine 1961 gegründete, abgeschottete deutsche Sekte im Süden Chiles, die in der Pinochet-Diktatur enge Verbindungen zum Geheimdienst unterhielt, wussten die meisten Besucher der Premiere des gleichnamigen Films – das mussten sie zugeben – zuvor nur recht wenig.

„Ich bin sehr gespannt auf den Film, ich denke, es wird emotional sehr aufregend“, sagte Christiane Paul auf dem roten Teppich, den sie sich mit ihren Schauspielerkollegen Aylin Tezel, Christian Berkel und Andrea Sawatzki sowie Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller teilte. „Ich finde es wichtig, dass mit dem Film versucht wird, aufzuklären“, sagte auch Iris Berben. „Ich habe vorher in den Medien nur selten etwas über das Thema erfahren.“ Das Gleiche galt auch für Hauptdarstellerin Emma Watson. Sie habe über diesen Teil der chilenischen Geschichte in der Schule oder später nie etwas gehört, so die Britin. Deshalb habe sie das Drehbuch so fasziniert. „Ich wollte diese Geschichte erzählen“, so Watson. „Es ist wichtig, dass solche Filme Denkanstöße liefern“, fand auch ihr Co-Star Daniel Brühl. „Deutschland und Chile haben die Colonia Dignidad kaum aufgearbeitet“, so der Berliner.

Brühl und Watson spielen in dem Film, der am 18. Februar ins Kino kommt, ein Paar, das im September 1972 auf den Straßen Santiago de Chiles gegen General Pinochet protestiert, der sich gegen den Präsidenten Salvador Allende an die Macht putscht. Daniel (Brühl) wird verhaftet und verschleppt, seine Freundin Lena (Watson) versucht herauszufinden, was mit ihm passiert ist. Als sie sich an Amnesty International wendet, hört sie zum ersten Mal von der Colonia Dignidad. Sie tritt der Gruppe bei, um Daniel wiederzufinden.

„Zum ersten Mal hörte ich in der Grundschule von diesem Ort in Chile, an dem Menschen nicht weg konnten und wie Gefangene lebten. Das hat mich damals als kleiner Junge schockiert“, erklärte auch Gallenberger. Für seine Recherchen reiste er für mehrere Wochen nach Chile, um mehr über die Colonia und ihre Einwohner zu erfahren. „Auch wenn unsere beiden Hauptfiguren erfunden sind, ist das, was ihnen und den anderen Figuren widerfährt, historisch verbrieft, bis hin zu einzelnen Dialogen Paul Schäfers“, sagt er. Die männliche Hauptrolle hat Gallenberger seinem Freund Daniel Brühl auf den Leib geschrieben. Mit Emma Watsons Zusage für die Rolle der Lena sei für ihn außerdem ein Traum in Erfüllung gegangen.