Kultur

Friedenspreisträger: Ex-Verleger Krüger verteidigt Adonis

Der umstrittene diesjährige Preisträger des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises, der syrisch-libanesische Autor Adonis, bekommt Rückendeckung vom früheren Hanser-Verleger Michael Krüger. Kritiker werfen Adonis (Ali Ahmad Said Esber) vor, sich nicht klar genug gegen das syrische Assad-Regime gestellt zu haben. „Das ist eine komplizierte Frage. Ich fand aber die Forderung übertrieben, ihm den Preis nicht zu geben“, sagte der Schriftsteller und heutige Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Adonis soll den mit 25.000 Euro dotierten Preis am 19. Februar in Osnabrück entgegennehmen. Er soll für sein Eintreten für eine säkularisierte arabische Gesellschaft mit einer Trennung von Religion und Staat gewürdigt werden. Syrische Oppositionelle, Menschenrechtler und auch der Zentralrat der Muslime hatten die Entscheidung kritisiert. Aus Protest gegen die Preisvergabe an Adonis hatte auch die Bürgermeisterin von Lampedusa, die für ihr Flüchtlingsengagement den Remarque-Sonderpreis bekommen soll, die Auszeichnung ausgeschlagen. „Adonis ist Alevit wie das Herrscherhaus in Syrien. Man kann nicht jeden Aleviten für das, was in Syrien passiert, verantwortlich machen“, sagte Krüger. Dass in Syrien ein Bürgerkrieg ausbrechen würde, sei voraussehbar gewesen. „Jetzt den großen Dichter Adonis dafür leiden zu lassen, finde ich ungerecht.“