Kultur

Jetzt fördert auch Sigmar Gabriel den deutschen Film

Neuer Fonds mit zehn Millionen Euro vorgestellt

Es ist ein merkwürdiges Kürzel. GMPF: Das klingt nach einer dieser lautmalerischen Sprechblasen, wie sie die selige Erika Fuchs für die „Micky Maus“-Hefte kreiert hat. Man müsste sich nur fragen, wofür „Gmpf“ wohl gestanden hätte. Es klingt jedenfalls nach Unmut, nach Groll und Verärgerung. Die deutschen Filmproduzenten könnten so einen Laut von sich gegeben haben, als Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) im vergangenen Jahr eine Kürzung beim Deutschen Filmförderfonds (DFFF) verkündete. Vielleicht kam auch Frau Grütters selbst ein solches „Gmpf“ über die Lippen, als Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) daraufhin einen eigenen Fördertopf ankündigte, bestückt mit zehn Millionen Euro, exakt jene Summe, um die ihr DFFF gesenkt werden sollte.

Aber egal, ob es da um Parteiengezänk und Intrigantenstadl ging: Am Montag, exakt ein Jahr nach seiner Verkündigung, wurde Gabriels Fonds in der Landesvertretung Brandenburg vorgestellt, auch wenn der Minister selbst dabei nicht anwesend war. Schon ab dem heutigen Tag können Anträge gestellt werden. Und damit auch jedem klar ist, an wen sich der Fonds richtet, trägt er einen englischen Titel: German Motion Picture Fund. Oder eben GMPF. Auch wenn das Kürzel selbst den Zuständigen noch nicht stolperfrei über die Lippen kommt. Kleine deutsche Projekte werden davon nicht profitieren: Der Fördertopf versteht sich als Stärkung der Filmwirtschaft und ist gedacht für internationale Großfilme und serielle Formate. Letztere werden für die Region immer interessanter, die Dreharbeiten der neuen „Homeland“-Staffel in Berlin sind da nur ein Beispiel. Auch Tom Tykwer wird demnächst seine Serie „Babylon Berlin“ hier drehen – und könnte einer der Ersten sein, der vom GMPF profitiert. Filme müssen dabei ein Budget von mindestens 25 Millionen Euro aufweisen, bei Serien muss eine Episode mindestens 1,2 Millionen Euro kosten. Bei beiden müssen die deutschen Herstellungskosten mindestens 40 Prozent betragen, die können dann beim Film bis zu zehn, bei der Serie bis zu 20 Prozent bezuschusst werden. In beiden Fällen gilt eine Höchstsumme von 2,5 Millionen Euro.

Das ist ein gutes Signal für den Filmstandort Deutschland. Das Dickicht der hiesigen Filmförderung wird dadurch allerdings nicht übersichtlicher. Kirsten Niehuus vom Medienboard Berlin-Brandenburg brachte es denn auch schön auf den Punkt, als sie die Hoffnung aussprach, dass jetzt „nicht nur jeder einen schönen Vorgarten“ hat, sondern das Ganze zu einem echten Förderpark zusammenwächst. Eine Förderung sollte man indes schnell beantragen: Bei diesen Summen ist der neue Fördertopf schnell geleert.

Fördergelder aus dem DFFF und dem GMPF können übrigens kulminiert werden. Und im schönsten Beamtendeutsch betont das Bundeswirtschaftsministerium, dass „im Übrigen die Rechtsaufsicht“ von Frau Grütters „über die Filmförderanstalt nach dem Filmförderungsgesetz unberührt“ bleibt. Damit es da bloß keine Unmutslaute zwischen den Ministerien gibt.