Kultur

Rechtsstreit zwischen AfD und der Schaubühne

Stück „Fear“ wird am Dienstag vorm Landgericht verhandelt

Wegen ihres Pegida- und AfD-kritischen Theaterstücks „Fear“ sahen sich der Regisseur Falk Richter und die Berliner Schaubühne Drohungen und Anfeindungen ausgesetzt. Zu einem Eklat war es am 3. November bei einer Aufführung gekommen, als der AfD-Sprecher Christian Lüth ohne Erlaubnis Videoaufnahmen machte. Ein Schauspieler sprang daraufhin von der Bühne und drohte Lüth, der mit einer Kollegin im Publikum saß, mit Rausschmiss. Lüth sagte danach, das Stück sei „beleidigend und geschmacklos“. Und man prüfe rechtliche Schritte.

Inzwischen wurde die Schaubühne von den Anwälten von Beatrix von Storch, der Europa-Abgeordneten und Vizevorsitzenden der AfD und Hedwig von Beverfoerde, Sprecherin der „Demo für alle“, aufgefordert, Fotos ihrer Mandantinnen in der Aufführung von „Fear“ nicht mehr zu verwenden. Eine entsprechende Unterlassungserklärung hat die Schaubühne nicht unterzeichnet. Trotz einer Schutzschrift, die das Theater bei Gericht hinterlegt hatte, heißt es in einer Mitteilung der Schaubühne, hat das Gericht eine einstweilige Verfügung in der Sache von Beverfoerde erlassen, ohne die Schaubühne dazu anzuhören. Gegen diese Verfügung habe man Widerspruch eingelegt. Am kommenden Dienstag findet die mündliche Verhandlung im Landgericht Berlin statt. In dem Theaterstück gibt es eine Trash-Parodie: Das Damenquartett Brigitte Kelle, Gabriele Kuby, Frauke Petry und Beatrix von Storch treffen sich zum Hexensabbat, bei dem von Storchs Großvater, der frühere Reichsfinanzminister Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk, in Naziuniform erscheint und in sie fährt.

Gegenüber der Berliner Morgenpost hatte Richter die Sorge geäußert, „dass sich das politische Klima, das mit den sich radikalisierenden neuen Rechten in Deutschland eingezogen ist, weiterhin verschärft“. Er glaube, dass die meisten AfD- und Pegida-Mitläufer nicht erreichbar für rationale Argumente seien .