Kultur

„Schwangere Auster“ wird fit für die Zukunft

Haus der Kulturen der Welt muss wegen Renovierung schließen, das Programm soll aber nicht leiden

Das Haus der Kulturen der Welt (HKW) wird wegen ausführlicher Sanierungsarbeiten von September bis Dezember 2016 geschlossen. Trotzdem wurde am Donnerstag das Programm für das kommende Jahr vorgestellt. Die geplanten Renovierungsmaßnahmen sollen das Gebäude der ehemaligen Kongresshalle besonders technisch auf den neusten Stand bringen. Neben allgemeinen Instandsetzungen soll auch an Licht und Akustik gearbeitet werden. Die Arbeiten beginnen bereits Mitte Mai, das Festival „Wassermusik“ sowie die Verleihung des Internationalen Literaturpreises werden jedoch trotzdem stattfinden können.

Das HKW kann auch 2016 mit einem dichten Programm aufwarten und wird seine Arbeit in verschiedenen Kooperationsprojekten fortführen. Im Dezember 2016 realisiert das HAU Hebbel am Ufer vier Bühnenproduktionen unter dem Titel „Utopische Realitäten“.

Intendant Bernd Scherer zeigte sich auf seiner Jahrespressekonferenz am Donnerstag sichtlich erfreut über die finanzielle Absicherung des HKW. Erstmals sei man nicht mehr abhängig von Drittgeldern, was ein unabhängiges, selbstgewähltes Programm ermögliche. Finanziert wird das Haus der Kulturen der Welt nun vollständig vom Deutschen Bundestag.

2016 wird das Langzeitprojekt „100 Jahre Gegenwart“ fortgeführt, welches sich mit den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts auseinandersetzt. Anders formuliert setzt man beim HKW auf Krise. Man habe es sich zur Aufgabe gemacht, die Grundstruktur heutiger Krisen offenzulegen, die, so Intendant Scherer, „wir teilweise selber geschaffen haben“.

Dazu zählen verschiedenste Projekte wie „Krieg singen“ im Januar, die Konferenz „Civil Society 4.0“ Anfang März, die sich mit der Selbstorganisation von Geflüchteten im Netz beschäftigt, oder auch die Ausstellung „Nervöse Systeme“. Abgesehen von Krieg und Krise vergisst das HKW allerdings seinen wissenschaftlichen Ansatz nicht. Das neue Langzeitprojekt „Kanon-Fragen“ thematisiert Debatten und Konflikte rund um die Kunstgeschichtsschreibung.