Kultur

Jüdisches Museum in Frankfurt nimmt Form an

Paul Ehrlich, Theodor W. Adorno, Anne Frank oder Fritz Bauer: Mit der jüdischen Bevölkerung Frankfurts sind ganz große Namen verbunden. Im neuen Jüdischen Museum soll die Geschichte der Frankfurter Juden umfassend erzählt werden. Am Donnerstag wurde mit dem symbolischen Spatenstich der erste Schritt zum rund 50 Millionen Euro teuren Neubau gemacht. Bis zum Jahr 2018 wird am Mainufer das derzeitige Museum im Rothschild-Palais saniert und erhält einen vom renommierten Berliner Architektenbüro Staab entworfenen Anbau. Zugleich wird das Museum Judengasse am Börneplatz neu ausgestattet.

„Es gibt keine andere Stadt, die so durch ihre jüdische Geschichte und ihre jüdischen Bürger geprägt wurde“, sagte Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) bei der Zeremonie. Seit dem frühen Mittelalter nahmen Juden in der einstigen freien Reichsstadt, die unter dem besonderen Schutz der deutschen Kaiser stand, eine prominente Rolle ein. Vor Beginn der Nazizeit war Frankfurt die Großstadt mit dem prozentual größten Anteil an Juden in Deutschland. Bereits 1988 richtete Frankfurt ein Jüdisches Museum ein – es war das erste nach dem Holocaust. Doch das frühere Wohnhaus der Rothschilds hat sich für Ausstellungen, von denen einige auch bundesweit für Furore sorgten, als nur bedingt geeignet erwiesen. Das soll sich in dem im zeitgenössischen Stil errichteten Neubau ändern, der auch den Familien Rothschild und Frank spezielle Räume widmet.