Kultur

Neues vom Planeten der Puppenlustigkeit

Es muss da draußen noch eine zweite Welt geben. Eine Welt, in der Frauen im Brautkleid auf ein dickes Motorrad hüpfen und dem bärtigen Rocker am Lenkrad zurufen: Fahr los – grüner wird’s nicht! Eine Welt, in der dralle Mechanikerinnen mit den Augen rollen und klagen: Herr, lass Hirn vom Himmel regnen! Eine Welt, in der Witze von gestern mit dem Frauenbild von vorgestern vermählt werden dürfen. Das Erste hat diese putzige Welt für uns wiederentdeckt und war so begeistert, dass es gleich vier Geschichten vom Planeten der Puppenlustigkeit zurückgebracht hat.

Folge eins präsentiert uns eine gewisse Rosa. Die wird gespielt von Alexandra Neldel, die seit ihren Zeiten als Wanderhure für Quoten garantiert. Rosa ist die Braut, die sich nicht traut: Gleich dreimal entwischt sie in letzter Sekunde aus der Kirche. Gerettet wird sie unter anderem von dem besagten Motorradrocker, manchmal rudert sie aber auch über einen See, während der überraschte Bräutigam herumgestikuliert.

Viel blöder kann es jetzt nicht mehr kommen, atmet man auf und wird umgehend eines Besseren belehrt. Ausgerechnet diese heiratsallergische Rosa sieht ihre berufliche Zukunft als Hochzeitsplanerin. Vielleicht will sie ja so ihre Probleme mit Trauring und Schleier bekämpfen, aber das will man zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr wissen. Unterstützt wird sie bei dem ausgefuchsten Plan von ihrer türkischen Assistentin Meral. Die ist viel schlauer als ihre Macho-Brüder und gibt sich alle Mühe, die hochfliegenden Pläne mit rustikalem Charme zu erden, so wie einst die selige Trude Herr. Ab und zu ins Bild geraten noch Mutter Ruth, die ebenfalls nichts mit Heirat am Hut hat (vielleicht ist das ja erblich?) und vor allem ein Pick-up, natürlich in Rosa, der auch Pussy Panzer genannt wird.

Als erste Kunden dieser Agentur des Schreckens empfehlen sich Michelle und Frank nebst Tochter Lilli. Schon beim ersten Gespräch spürt unsere Rosa, dass da was nicht in Ordnung ist mit dieser angeblichen Vorzeigefamilie. Und sie will ja nur „aufrichtig glücklichen Paaren“, so heißt es wahrhaftig im Pressetext des Ersten, den „schönsten Tag ihres Lebens“ bereiten.

Bei den Privaten liefert so eine Vorlage Stoff für eine zehnjährige Vorabendserie, aber auch das Erste lässt sich nicht lumpen. Vier Abendfüller zur besten Sendezeit stehen uns bevor. Beim nächsten Mal heißt es „Wolken über Kapstadt“. Wahrscheinlich eine Reise mit dem Traumschiff zum Traumhotel unter Palmen.

„Einfach Rosa – Die Hochzeitsplanerin“ ARD, 20.15 Uhr