Kultur

Auf der Straße: Debüt des Musikers Thees Uhlmann

Eigentlich packt Sänger Thees Uhlmann Geschichten in Lieder. Jetzt bringt er mit „Sophia, der Tod und ich“ einen Roadtrip-Roman heraus. Bei ihm sieht Gevatter Tod ungefähr so aus wie eine Mischung aus Brad Pitt, Hape Kerkeling und einem unterklassigen Fußballspieler. So zumindest beschreibt es Hamburgs Vorzeige-Indie-Sänger Uhlmann in seinem flotten Debüt. Dieser Männer-Dreiklang sei „das Schönste, was ich jemals über mein Aussehen gehört hatte“, heißt es im Buch.

Doch Uhlmann, der erst als Frontmann der Rockband Tomte („Buchstaben über der Stadt“) und zuletzt als Solo-Musiker („Thees Uhlmann“, „#2“) lässt sich nicht in die Karten schauen, ob ihm der Pitt-Kerkeling-Fußballer-Vergleich auch selbst schon einmal angedichtet wurde. Möglich wäre es.

Zwölf Jahre stand ein Roman des Sängers bereits auf dem Plan. Solange habe sich sein Verlag um das Debüt bemüht. Am Buch hat er im Zug oder in der heimischen Küche gearbeitet. Manchmal so exzessiv, dass er bis zu einem Dutzend Seiten am Tag geschafft hat. „Remmidemmi im Kopf“, sagt er, „von den tiefsten Tiefen zu den höchsten Höhen, als wäre man auf der Borderline nachts um halb eins.“

„Sophia, der Tod und ich“ ist ein linearer Roadtrip, der vor der Wohnung des namenlosen Ich-Erzählers seinen Anfang nimmt. Es riecht also nach frisch gebrühtem Kaffee im Roman, als der Tod vor der Tür steht – um den Erzähler abzuholen. Der letzte Wunsch: Noch einmal den Sohn sehen, der bei dessen Mutter lebt. So springt der Protagonist dem Sensenmann vorerst von der Schippe. Alsbald platzt zu allem Überfluss Ex-Freundin Sophia in die Zweisamkeit – und die Handlungs-Achterbahn kommt in Fahrt. Jetzt werden die Bälle zwischen den Figuren nur so hin und her geworfen. Kein Internet, Handys. Keine Musik und Markennamen. „Sophia, der Tod und ich“ ist ein Anti-Poproman. Nur Fußball gibt es. Uhlmann macht sich gut als Erzähler, der mit Leichtigkeit Geschichten zaubert.