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Es kann nur einen geben – mal wieder

Ein unsterblicher Hexenjäger muss in New York die Menschheit vor der fiesen Hexenkönigin retten: „The Last Witch Hunter“ mit Vin Diesel

Der Hexenjäger auf dem Weg zur Arbeit: Vin Diesel (mit Rose Leslie) in dem Fantasy-Spektakel „The Last Witch Hunter“

Der Hexenjäger auf dem Weg zur Arbeit: Vin Diesel (mit Rose Leslie) in dem Fantasy-Spektakel „The Last Witch Hunter“

Foto: Concorde Filmverleih GmbH

Was hat der Typ eigentlich die vergangenen 800 Jahre über gemacht? Man erfährt es nicht. Seit Hexenjäger Kaulder im 13. Jahrhundert von der fiesen Hexenkönigin zu Unsterblichkeit verflucht wurde, wandelt er über die Erde und sorgt im Auftrag der „Axt-und-Kreuz“-Bruderschaft dafür, dass die Hexen der Menschheit nichts anhaben können. Nun aber kehrt die Oberhexe zurück und im New York von heute geht einmal mehr der endgültige Kampf zwischen Gut und Böse über die Leinwand. Und lässt doch schrecklich kalt.

Vin Diesel macht Pause bei „Fast & Furious“

In „The Last Witch Hunter – Ewig leben, ewig jagen“ hat sich Actionstar Vin Diesel eine „Fast & Furious“-Auszeit genommen und muss als schwer bewaffneter Einzelkämpfer die Welt retten. Es spielt diesen Kaulder mit stoischer Gleichmut und der Lebendigkeit eines Avatars aus einem Fantasy-Computerspiel.

In einem Prolog, der im finstersten Mittelalter spielt, sehen wir einen bärtigen Kaulder samt Gefolgschaft im Kampf gegen die in einem knorrigen Baumgeflecht hausende Hexenkönigin, wobei die Kampfszenen vor lauter Tempo und Nahaufnahmen kaum noch wahrnehmbar sind.

Priester Michael Caine als Hexenjäger-Chef

Und schwupps sind wir im New York von heute, in dem gute wie böse Hexen immer noch aktiv sind und Kaulder für Ordnung sorgen muss. An seiner Seite hat er über die Jahrhunderte stets einen sogenannten Dolan, einen Priester und einzigen Freund, der sozusagen Buch führt über Kaulders Aktivitäten und aus rein biologischen Gründen immer wieder ausgetauscht wird.

Gerade dankt der 36. Dolan ab und weist seinen Nachfolger ein. Michael Caine hat sich zu dieser undankbaren Rolle, die sehr an seinen Butler Alfred aus „Batman“ erinnert, überreden lassen. Hobbit Elijah Wood wiederum spielt den 37. Dolan als undurchsichtigen Jungspund voller Ideale.

Um den neuerlichen Angriff der Hexenwelt auf die Menschheit abzuwenden, verbündet sich Kaulder mit einer guten Hexe, die die Fähigkeit besitzt, als Traumwandlerin in die Gedanken anderer Menschen einzut auchen. Rose Leslie schafft es zumindest, ihrer Figur einigermaßen Leben einzuhauchen.

Im Kirchenkeller tagt der Hexenrat­

Das rettet diesen dummen Film, der einzig mit seinen Spezialeffekten zu punkten versucht, aber auch nicht mehr. In albtraumhafter Optik und von überbordender Fantasie gestreift werden im Untergrund New Yorks surreale Gegenwelten erschaffen, tagt der Hexenrat im Kellergewölbe einer Kirche, tobt sich ein hölzern-knöchernes Monster mit glutrotem Schlund aus, und mittendrin Vin Diesel als einsamer Jäger, der einfach nicht sterben kann.

Es kann nur einen geben. Mal wieder. Eingefleischte Computerspieler und Fans actiongetriebener Popcorn-Unterhaltung mögen dennoch ihren Spaß haben an diesem Highlander-Aufguss im Hexen­jägergewand.

The Last Witch Hunter Fantasy, USA 2015, 107 Minuten, von Breck Eisner, mit Vin Diesel, Elijah Wood, Rose Leslie, Michael Caine