Wildwest-Legende

Millionen-Fund im Trödel: Das Bild zeigt Billy the Kid

Ein Foto vom Trödel könnte jetzt Millionen wert sein und ist Thema einer Doku mit Kevin Costner. Es zeigt Billy the Kid. Im Jahr 1878.

Das ist er: Billy the Kid (links), der gut darin war, Kugeln präzise ins Ziel zu bringen. Vielleicht auch beim Croquet.

Das ist er: Billy the Kid (links), der gut darin war, Kugeln präzise ins Ziel zu bringen. Vielleicht auch beim Croquet.

Foto: Sammlung Randy Gujijarro / BM

Los Angeles.  Billy the Kid, der legendäre und am meisten gefürchtete Revolverheld des Wilden Westens, lehnt entspannt auf einem Croquetschläger: Ein etwa 10 Zentimeter hohes und 13 Zentimeter breites Blechstück mit dieser Szene wird in den USA bereits als der „Heilige Gral der Fotografie“ gefeiert. Am Sonntag wird Kevin Costner zur besten US-Sendezeit in einer zweistündigen Dokumentation der Geschichte des Bildes nachgehen, das nun 5 Millionen Dollar kosten soll.

Randy Gujijarro hat 2010 zwei Dollar bezahlt, als er in einem Trödelladen in Fresno in Kalifornien das Bild entdeckte. Ein Tintype, wie die Bilder heißen, die mit beschichtetem Blech entstanden sind. Der Sammler von Zeugnissen aus dem Wilden Westen hatte sofort erkannt, auf welchen Schatz er da gestoßen sein könnte.

Aber er hatte keine Möglichkeit, das nachzuweisen. Das soll inzwischen gelungen sein, und das hat der Wildwest-Freund Gujijarro dem Filmemacher Jeff Aillo zu verdanken. Aillo hatte von dem Foto gehört und war von der Geschichte fasziniert. Ein neues Zeugnis des blonden, sanft wirkenden Killers, der nicht einmal 22 Jahre alt wurde?

Experten wiegelten ab

Zwei führende Experten auf dem Gebiet stellten sich als Enttäuschung heraus. Ein kurzer Blick und sie erklärten das Bild zur Fälschung, berichtet Aillo unserer Redaktion. Finanzielle Interessen stecken dahinter, glaubt er. Bislang gibt es ein kleineres, für 2,3 Millionen Dollar gehandeltes Bild von Billy the Kid, durch ein zweites Foto würde es weniger wert.

„Das Problem für die Leute ist, dass wir die Echtheit mit forensischen Methoden nachgewiesen haben“ sagt Aillo. Die Dokumentation habe er auch aus dem Grund gedreht, Korruption und Gier im innersten Zirkel der Sammlerszene aufzudecken. Kevin Costner habe mit der Zusage gezögert. Erst habe er von der Recherche völlig überzeugt werden wollen.

Mythos zufolge mehr als 20 Morde begangen

Mit dem Interesse und den Mitteln des großen Senders war diese Recherche möglich. Das Glück: Auf dem Foto sind weitere Berühmtheiten zu sehen neben dem Mann, der mindestens vier, vielleicht mehr als 20 Morde begangen hat. Er steht zwischen Mitgliedern der Regulatoren. Das ist eine Gruppe von Cowboys und Gesetzeslosen, die im „Lincoln-County-Rinderkrieg“ gekämpft hatten. Nach der Ermordung ihres Auftraggebers, des Farmers John Tunstall, hatten sie im Sommer 1878 einen Rachefeldzug geführt. Von einigen Mitgliedern gibt es Fotos. Randy Gujijarro hatte geglaubt, einen zu erkennen. Gesichtserkennungsprogramme lieferten weitere Treffer.

Doch die Detektivarbeit ging weiter. Anhand der Landschaft im Hintergrund wurde auch der Aufnahmeort identifiziert: Ländereien von John Tunstall. Und das Motiv und die zu sehenden Personen passten auch zu Tagebuchaufzeichnungen einer Freundin der Wildwest-Figur.Filmemacher Aillo ist sich sicher: Das Bild zeigt Billy the Kid, der als halbes Kind zur Legende wurde und schon im Alter von 21 Jahren von Sheriff Pat Garrett erschossen wurde.

Im Frühjahr 2016 soll der Beitrag auch von National Geography in Deutschland ausgestrahlt werden.