Klassik-Kritik

James Conlon dirigiert eine Märchenwelt herbei

Joshua Bell beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin

Die Tiefe des Meeres. Eine Seejungfrau, die auf den Wellen plätschert. Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin taucht tief ein in die sinnliche Märchenerzählung von Alexander Zemlinsky. Schnell fragt man sich, welche Richtung die Musikgeschichte wohl genommen hätte, wenn der Lehrer des Zwölftonkomponisten Arnold Schönberg nicht so lange vergessen worden wäre. Zemlinskys 1905 uraufgeführte „Seejungfrau“ blieb über ein halbes Jahrhundert lang ungespielt, bis die zwischen Wien und Amerika zerstreute Partitur wieder rekonstruiert wurde. Der amerikanische Dirigent James Conlon gilt als Verfechter Zemlinskys. Mit dem Gürzenich-Orchester Köln hat er bereits einen Zyklus aufgenommen. Am Pult des DSO setzt Conlon auf atemvolle, zugleich zarte Phrasen in den Streichern. Die von Wei Lu gespielte Solo-Violine beschreibt die Seejungfrau aus Hans Christian Andersens Märchensammlung erst spielerisch und unschuldig, dann offenherzig, als sie den Prinz sieht. Im zweiten Satz geht es um ihre Sehnsucht nach der Menschenwelt. Mit dem Gefühl des Ausgeschlossenseins konnte sich Zemlinsky identifizieren, die Schönberg-Schülerin Alma Schindler hatte ihn wegen Gustav Mahler zurückgewiesen. Virtuos verflicht Zemlinsky die verschiedenen Themen seiner Erzählung. Das Orchester spielt konzentriert und einfühlsam. Mit einem absteigenden Motiv der tiefen Streicher im dritten Satz entkommt die Seejungfrau ihrem Leiden. Das Klangmeer weitet sich, ein Horn ruft von Ferne. Der Riesenorchesterapparat versucht nie zu überwältigen, sondern bleibt dynamisch und transparent. Der Zuhörer kann jedes Detail verfolgen.

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