Kultur

Eric Clapton in der Royal Albert Hall – und Berliner Kinos

Übertragung des Konzerts zum 70. Geburtstag des Musikers

Wohnzimmerkonzerte, das klingt gemütlich, heimelig, und eher ein bisschen eng. Aber bei manchen Künstlern sind die Wohnzimmer doch etwas größer. Billy Joel etwa lebt eigentlich, egal wo er seine Hütte stehen hat, im Madison Square Garden in Manhattan, der „berühmtesten Arena der Welt“, wie sie sich nennt. Derzeit spielt er einmal im Monat in dem 20.000-Zuschauer-Trumm, und das zieht der „Pianoman“ so lange durch, wie ihn seine Fans dort sehen wollen.

Und was für Billy Joel der Garden in Manhattan ist, das ist für Eric Clapton die Royal Albert Hall in London. Im Mai dieses Jahres gab „Slowhand“, der gerade aus Billy Joels Madison-Square-Garden-Paradies zurückgekehrt ist, dort sieben Konzerte in Folge. Mit seinem 200. Auftritt in dem geschichtsträchtigen Gemäuer feierte Clapton dabei nicht nur einen Rekord, sondern auch noch seinen 70. Geburtstag und sein 50-jähriges Bühnenjubiläum als einer der einflussreichsten Gitarristen der Rockmusik. Das ist Grund genug für fünf Kinos in Berlin, an diesem Montag eine Aufzeichnung des Konzerts vom 21. Mai auf der großen Leinwand zu zeigen.

Ein musikalischer Querschnitt durch das Gesamtoeuvre

Auch ohne Eric Clapton hat die Royal Albert Hall schon viele denkwürdige Abende erlebt. Die Beatles spielten dort zweimal, auch The Who, Led Zeppelin und jüngst die Schweden-Metaller Opeth ließen es dort krachen. James Last war etwas leiser, aber auch 65-mal an der Kensington Gore zu Gast.

Und Clapton kam fast öfter als die Putzkolonne vorbei. Mit Schlagzeuger Ginger Baker und dem 2014 gestorbenen Bassisten Jack Bruce beerdigte er im November 1968 in der Royal Albert Hall die Mutter aller sogenannten Supergroups: Cream. Eine Nacht, die ebenso legendär wurde wie die vier Reunion-Konzerte an gleicher Stelle 2005. Drei weitere spielte Cream übrigens im Madison Square Garden.

Auch die Keimzelle einer weiteren Supergroup, Blind Faith, spielte 2011 vier Abende in der Hall: Clapton und Steve Winwood. Und 1990 und 1991 rockte Clapton 42-mal dort. Die Aufzeichnung vom Mai zeigt nun einen musikalischen Querschnitt Claptons langer Karriere: Freuen Sie sich auf „Layla“, „Cocaine“, „I Shot The Sheriff“ und „Tears In Heaven“.

„Eric Clapton Live At Royal Albert Hall“ Montag, 20 Uhr, in den UCI-Kinos
Am Eastgate, Colosseum, Friedrichshain
und Gropius-Passagen sowie im
Cinestar-Kino Cubix am Alexanderplatz