Kultur

Japans Stardirigent Seiji Ozawa feiert 80. Geburtstag

| Lesedauer: 2 Minuten

Seiji Ozawa will auch zu seinem 80. Geburtstag am heutigen Dienstag wieder am Pult stehen und sein eigenes Geburtstagskonzert dirigieren. Und das, obwohl er erst vor einem Monat einen Knochenbruch erlitt und drei Wochen pausieren musste. Seit Jahren plagen den großen Dirigenten gesundheitliche Probleme. Nachdem 2010 bei ihm Speiseröhrenkrebs festgestellt worden war, gab er seinen Posten des Musikdirektors der Wiener Staatsoper auf und zog sich aus dem Konzertbetrieb zurück. Die Berliner Philharmoniker, bei denen der japanische Stardirigent regelmäßig am Pult stand, hatten ihn zuversichtlich 2012 für das große Waldbühnen-Konzert angekündigt. Aber dann musste Andris Nelsons einspringen, Ozawa hat die Berliner seither nicht mehr dirigiert. 2013 ist er zwar ans Pult zurück gekehrt, aber die Zeit der Fernreisen war vorbei.

Geboren 1935 in Hoten in der damals japanisch besetzten Mandschurei, kam Ozawa schon früh mit verschiedenen Kulturen in Berührung. Sein Vater war Buddhist, seine Mutter Christin. Sie war es, die ihren Sohn mit westlicher Musik vertraut machte. Als die Familie nach dem Krieg nach Tokio zog, erhielt Ozawa ersten Klavierunterricht. Ein Sportunfall, bei dem er sich vier Finger brach, setzte seinem Traum von einer Pianistenlaufbahn ein Ende. Der Musiker sattelte auf Komposition und Dirigieren um und wurde bei seinem ersten Auftritt mit 24 Jahren mit dem Japan Philharmonic Orchestra als großes Talent gefeiert. Der erste Preis beim Dirigentenwettbewerb 1959 in Besançon wurde zum Sprungbrett in den Musikbetrieb, auch wenn sich Ozawa lange gegen das Vorurteil behaupten musste, als Japaner könne er die europäischen Klassiker nie „mit der Seele begreifen“.

Viele Orchester hat Ozawa mit den Augen geführt. „Ich bin nicht gut in Fremdsprachen. Wenn ich ausländische Orchester dirigiere, habe ich gar keine andere Wahl“, antwortete er unlängst auf die Frage einer japanischen Zeitung nach der Kraft seiner Augen, die Musiker wie Fans bewundern.

( BM/dpa )