Konzert

Udo Lindenberg: „Eine bunte Republik ist selbstverständlich“

Am 4. Oktober findet ein Solidaritätskonzert für Flüchtlinge statt. Zahlreiche Musiker engagieren sich - so auch Udo Lindenberg.

Die gebürtige Armenierin und Boxerin Susi Kentikian hat den Panickrocker zu seinem neuen Lied „Wir werden Freunde“ inspiriert

Die gebürtige Armenierin und Boxerin Susi Kentikian hat den Panickrocker zu seinem neuen Lied „Wir werden Freunde“ inspiriert

Foto: Stuart Franklin / Bongarts/Getty Images

Panikrocker Udo Lindenberg (69) ist einer der Stars beim Solidaritätskonzert für Flüchtlinge am 4. Oktober in Berlin. „Ein klares Bekenntnis ist jetzt wichtig: Wir heißen Flüchtlinge, die Entsetzliches wie Krieg, Tod, Vergewaltigung erlebt haben, willkommen – und wir kümmern uns auch“, sagte der Musiker der „Bild“-Zeitung (Mittwoch-Ausgabe).

Das Konzert soll einen Tag nach den Feiern zum 25. Jahrestag der deutschen Einheit vor dem Reichstagsgebäude stattfinden. „Eine bunte Republik ist selbstverständlich. Und daher erheben wir uns auch gemeinsam gegen dieses Pack, gegen diese Idioten in Orten wie Freital und Heidenau“, meinte Lindenberg.

Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit

Geplant sind Auftritte zahlreicher Musiker, die sich schon in der Vergangenheit gegen Fremdenfeindlichkeit engagiert haben, wie Herbert Grönemeyer und Peter Maffay. Lindenberg widmete allen Asylsuchenden, die nach Deutschland kommen, sein neues Lied „Wir werden jetzt Freunde“. Inspiriert hat ihn dazu die Hamburger Box-Weltmeisterin Susi Kentikian (27). Die gebürtige Armenierin war im Alter von fünf Jahren wegen des Bürgerkriegs in ihrer Heimat nach Deutschland geflüchtet. „Susi hat mir von ihrer Odyssee erzählt. Das hat mich sehr bewegt“, sagte Lindenberg am Mittwoch in Hamburg.

Bundestagspräsident Norbert Lammert hatte am 26. August grünes Licht für die Veranstaltung gegeben. Er will für das Konzert die Bühne und die technische Infrastruktur zur Verfügung stellen, die für die Feierlichkeiten zum Einheitstag genutzt werden, wie der Bundestag mitteilte.

Lammert begrüßte die Initiative der Künstler als demonstratives Zeichen für gesellschaftliches Engagement. „Gerade der 25. Jahrestag der deutschen Einheit ist eine besondere Gelegenheit, das mit Unterstützung seiner Nachbarn und Partner wiedervereinigte Deutschland als weltoffenes und integrationsfreundliches Land darzustellen“, erklärte der Bundestagspräsident.