Tv-Kritik

ZDF dokumentiert den Ärger mit den Telefonanbietern Vorübergehend nicht erreichbar

Wer auf sein Telefon und seinen Internetanschluss angewiesen ist, kann in Deutschland Abenteuer erleben. Wie man am besten damit umgeht, davon handelt die ZDF-Dokumentation „Kein Anschluss unter dieser Nummer“. Der Film zeigt, wie schwer es in Deutschland sein kann, den Telefonanbieter zu wechseln oder die Rufnummer mitzunehmen; und sie konfrontiert die Anbieter mit den Erlebnissen ihrer Kunden, zu denen auch der Missbrauch von Rufnummern und unerlaubte Telefonwerbung gehören. Insgesamt haben sich im vergangenen Jahr etwa 130.000 Kunden bei der Bundesnetzagentur über ihren Ärger im Bereich Telekommunikation beschwert – das sind mehr als 350 Fälle pro Tag.

Ein Beispiel aus dem Beitrag: Eine selbstständige Friseurin aus Düsseldorf wechselte im Sommer 2014 den Anbieter. Seitdem konnte sie zwar heraustelefonieren, doch Anrufer hörten stets nur die Ansage: „Dieser Anschluss ist vorübergehend nicht zu erreichen.“ Dadurch habe sie viele Kunden verloren, weil diese annahmen, der Salon sei geschlossen, wie sie im ZDF-Film erläutert. Nach einem Dreivierteljahr habe ein Techniker schließlich einen falschen Stecker und lose Kabel gefunden. Der Anbieter hält dagegen: Die Kundin habe einen Router verwendet, der gar nicht von ihm stamme und fehlerhaft gelaufen sei. Autor Oliver Koytek stellt dar, was Verbraucher tun können, wenn das Telefon tot ist, der Internetanschluss nicht funktioniert und die Hotline nicht weiterhilft. Zu Wort kommen Kunden, die oft monatelang auf die Behebung der unhaltbaren Zustände warten mussten.

Koytek: „Was wir in unserem Film darstellen, ist das Nichteinhalten von Verkaufsversprechen und das Nichterbringen der Leistungsfähigkeiten, also zum Beispiel: High-Speed-Internetanschluss wurde vereinbart, aber nur lahme Leitungen können genutzt werden.“ Die Dokumentation weiß zu trösten. Man ist mit dem Ärger immerhin nicht allein.

„Kein Anschluss unter dieser Nummer“ Montag 19.25 Uhr, ZDF