Kultur

Künstlerin verliert Prozess um Immendorff-Werke

In der jahrelangen Prozessserie um den Nachlass des 2007 gestorbenen Künstlers Jörg Immendorff hat nun eine Künstlerin eine Niederlage einstecken müssen. Die Frau verlor am Dienstag am Düsseldorfer Landgericht den Streit um die Herausgabe von 400 Druckgrafiken Immendorffs. Das Gericht wies ihre Klage gegen einen Galeristen als unbegründet ab (Az: 7 O 13/14).

Die 39-Jährige hatte behauptet, sie habe die Kunstwerke vor Jahren ihrem Mann abgekauft, der damals Mitinhaber der Düsseldorfer Galerie war. Aus Sicht der Richterin konnte die Frau den Kauf nicht nachweisen. Die Sammlung hat einen Schätzwert von rund 300.000 Euro. Die Werke bleiben weiter in der Galerie, wo sie seit Jahren aufbewahrt werden.

Rätsel um Leihgaben

Die Künstlerin hatte die Herausgabe der Grafiken gefordert, nachdem sich die beiden Galeristen überworfen hatten. Ihr Mann will die Grafiken von Immendorff einst gekauft und geschenkt bekommen haben. Der verklagte Düsseldorfer Galerist weigert sich jedoch, die Blätter herauszugeben. Er sei auch gar nicht der Eigentümer, sondern habe die Grafiken nur als Leihgaben von Immendorff bekommen und sie für die Erstellung eines Werkverzeichnisses und eventuelle Ausstellungen aufbewahrt.

In einem anderen Prozess um Immendorffs Millionenerbe ist auch nach Jahren keine Einigung in Sicht. Dabei geht es um den gesetzlichen Pflichtteil am Erbe, den ein unehelicher Sohn Immendorffs eingeklagt hat. Der Sohn und Immendorffs Witwe Oda Jaune, die in Paris lebt, konnten sich nach Angaben einer Gerichtssprecherin nicht auf einen vom Landgericht angeregten Vergleich einigen. Zwei Auktionshäuser hatten den Wert der mehr als 6500 Immendorff-Werke auf rund 58 Millionen Euro geschätzt.

Immendorff („Café Deutschland“) starb, nach jahrelangem Siechtum, 2007 an einer unheilbaren Nervenkrankheit, ALS genannt. Seitdem gibt es Streit um seinen Nachlass, es geht um Immobilien, aber vor allem seine Bilder.