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Der Soundtrack der ProtestmärscheDer Soundtrack der ProtestmärscheKulturkanal Arte ruft den „Summer of Peace“ ausDer Soundtrack der Protestmärsche

Musikdokus und Antikriegsfilme: Arte ruft den „Summer of Peace“ ausMusikdokus und Antikriegsfilme: Arte ruft den „Summer of Peace“ ausMusikdokus und Antikriegsfilme: Arte ruft den „Summer of Peace“ ausMusikdokus und Antikriegsfilme: Arte ruft den „Summer of Peace“ ausMusikdokus und Antikriegsfilme: Arte ruft den „Summer of Peace“ ausMusikdokus und Antikriegsfilme: Arte ruft den „Summer of Peace“ aus

„Ich weiß nicht, ob Musik die Welt verändert, aber Musik kann die Menschen verändern, und Menschen sind die Welt“, hat der US-Filmemacher und DJ Don Letts einmal gesagt. Ein gutes Motto für den Arte-Themenschwerpunkt „Summer of Peace“, der an diesem Sonnabend startet und sich bis Ende August zieht. Die Kraft der Musik, ihre Fähigkeit, dem Protest gegen gesellschaftliche Missstände eine Melodie zu geben, ist ein immer aktuelles Thema – auch wenn die große Zeit der Protestsongs wohl vorbei ist. Doch „We Shall Over­come“, „Give Peace a Chance“ oder „Keine Macht für Niemand“ sind generationenübergreifend ins Bewusstsein gedrungen und zu einem festen Bestandteil der Popkultur geworden.

Nicht nur ihre Geschichte, auch die von Nummern wie „Blowin’ in the Wind“ erzählt die Dokumentation ­„Give Peace a Chance – Kann Pop die Welt retten?“, die an diesem Sonntag (22.10 Uhr) zu sehen ist. Zuvor gibt es gleich zwei Begegnungen mit einem der legendärsten Protestsänger: Bob Marley. Zu sehen ist an diesem Sonnabend zunächst Kevin MacDonalds großartige Filmbiografie „Marley“ (21.45 Uhr), die die Geschichte des charismatischen Reggae-Sängers von dessen Kindheit bis zum Krebstod 1981 erzählt. Im Anschluss läuft der Mitschnitt eines Konzerts in der Dortmunder Westfalenhalle (0.05 Uhr), das längst Kultstatus besitzt.

An Musik herrscht kein Mangel

Viele tolle Musikdokumentationen und Konzertaufnahmen schließen sich in den folgenden Wochen an, etwa „How Sweet the Sound“ (25.7., 21.40) über Joan Baez, die in den 60er- und 70er-Jahren als Folksängerin zu den Leitfiguren der Antikriegsbewegung gehörte. Eine bemerkenswerte Frau, porträtiert mit ebenso bemerkenswertem Archivmaterial. Unbedingt ansehen. Gilt natürlich auch für die mit einem Emmy ausgezeichnete Doku über Jimi Hendrix, dessen beim Woodstock-Festival verzerrt gespielte Version des „Star-Spangled Banner“ Geschichte geschrieben hat. Ein wortloser Protest gegen die Vietnam-Bombardements der Amerikaner – aber nur ein kleines Puzzleteil im kreativen Kosmos dieses Genies. „Hear my Train Comin’“ (1.8., 21.40 Uhr) erzählt seine Geschichte.

Die Doors, Eric Burdon, Bob Dylan, Paul Simon, Billy Joel, Lee Scratch Perry, George Harrison, John Lennon. An Musik herrscht beim „Summer of ­Peace“ kein Mangel, zumal auch noch „Woodstock“ (16.8., 22.45 Uhr) und Miloš Formans Musicaladaption „Hair“ (23.8., 23.10 Uhr) gezeigt werden. Doch es gibt einen weiteren Schwerpunkt: Antikriegsfilme unterschiedlichster Art. Dabei reicht das Spektrum von William Wylers „Lockende Versuchung“ (2.8., 20.15 Uhr) über eine Quäkerfamilie, die während des Bürgerkriegs ihrer pazifistischen Gesinnung treu bleiben will, bis zu Michael Ciminos hartem Vietnamkriegsdrama „Die durch die Hölle gehen“ (23.8., 20.15 Uhr), ein unvergessliches Mahnmal gegen menschliche Verrohung und die Schrecken des Krieges.

„Summer of Peace“ Arte, 18.7. bis 23.8.;
arte.tv/summerofpeace