Kultur

Frei nach Dumas: Käse für alle, alle für KäseFrei nach Dumas: Käse für alle, alle für Käse

Eine Käseladenmaus, die sich nach ihren liebsten Käsesorten Picandou Camembert Saint-Albray nennt. Eine Kneipenmaus, die aus ihrer Stammkneipe geflogen ist. Ein Hamster, der aus seinem goldenen Käfig ausbricht und lesen und schreiben kann. Und eine Ratte, die ihr Gedächtnis verloren hat und sich für eine Maus hält. Das ist die kuriose Konstellation, die sich Ute Krause für ihren Kinderroman „Die Muskeltiere“ überlegt hat.

Mäuse statt Soldaten

Allerdings spielt das Abenteuer in diesem Buch weder in Frankreich, noch geht es dabei um Soldaten. „Einer für alle, alle für einen“ lautet stilecht der Untertitel, auch wenn die vier Freunde den Originaltitel des Alexandre-Dumas-Romans ein kleines bisschen falsch verstanden haben. Die meisten Erwachsenen dürften diesen Verhörer aus ihrer eigenen Kindheit erinnern. Dennoch hat sich das pfiffige Nagetierquartett geschworen, einander beizustehen – und all jenen, die in Not oder Gefahr sind und irgendwie leiden. Dazu gehören zum Beispiel die gutmütige Käseladenbesitzerin, die unter der hinterlassenen Schuldenlast ihres verstorbenen Ehemanns leidet, aber doch eigentlich den allerbesten Mittagstisch im Hamburger Hafen kocht.

Oder dem schnieken, aber hanseatisch anständigen Reeder, dessen Traumschiff beinahe von ein paar Halunken abgefackelt wird. Zwischen Deichstraße und Elbe spielt die reizende Geschichte mit reichlich Lokalkolorit. Frei nach D’Artagnan: Hamburg für alle, alle für Hamburg.