Kultur

Paul Cleave schickt einen neuen „5-Minuten-Killer“

Paul Cleave hat seiner Heimatstadt den nächsten Serienmörder geschickt. „Der 5-Minuten-Killer“, das achte Buch des neuseeländischen Autors, dreht sich wieder um eine brutale Verbrechensserie in Christchurch, und es ist typisch Cleave, die eigentlich ganz hübsch aussehende „Garden City“ immer eher grau als grün und seine Killer dafür umso sympathischer und „normaler“ rüberkommen zu lassen. Daran hat er auch diesmal nicht viel geändert, und wer Cleave-Thriller kennt, wird viele alte Bekannte treffen.

Auch der 5-Minuten-Killer ist einer davon, so viel kann verraten werden. Cleave selbst macht auch kein großes Geheimnis um dessen Identität. Wer es war, ist letztlich auch nicht die zentrale Frage auf den knapp 600 Seiten. Eher schon: Was tun, wenn man den Killer kennt, ihn aber trotzdem nicht stoppen kann? Es geht um Selbstjustiz: Ein einsamer Rächer räumt rigoros auf, wo das System in seinen Augen versagt hat, wo Mörder, Vergewaltiger und Kinderschänder wegen kleiner Formfehler davongekommen sind. Nur bringt es der „5-Minuten-Killer“ nicht selbst zu Ende, sondern verschafft stattdessen den Angehörigen früherer Opfer jene berühmten fünf Minuten allein mit den Tätern – damit die erledigen, was der Staat nicht geschafft hat.