Staatsballett

Quander und Gysi sollen Schlichter im Ballettkonflikt sein

ver.di fordert Schlichtung - Verantwortliche des Staatsballetts verweigern sich. Machtwort der Politik gefordert

In dem fast ein Jahr andauernden Konflikt um einen Haustarifvertrag für die Tänzer des Staatsballetts Berlin hat Verdi Ende Juni der Arbeitgeberseite, der Stiftung Oper in Berlin, eine Schlichtung beziehungsweise Mediation vorgeschlagen. Die Gewerkschaft habe sich bereits um Vermittler bemüht, heißt es in der Mitteilung. Demnach liegen bereits Zusagen vom ehemaligen Staatsopern-Intendanten Georg Quander und Gregor Gysi vor. Die Arbeitgeberseite habe dies allerdings abgelehnt. Stattdessen wollen sie ein Sondierungsgespräch mit der Vereinigung Deutscher Opernchöre und Bühnentänzer und der Gewerkschaft Deutscher Bühnenangehöriger (GDBA) führen, obwohl die deutlich überwiegende Mehrheit der Tänzer durch Verdi organisiert ist.

„Es ist eine Frechheit, hier Organisationen einzubeziehen, die von den Tänzerinnen und Tänzern ganz offensichtlich keinen Auftrag erhalten haben“, sagt Verdi-Tarifsekretär Frank Schreckenberg. „Nun muss die Politik – im Besonderen der Regierende Bürgermeister und Kultursenator Michael Müller, der dem Stiftungsrat der Stiftung Oper vorsitzt – endlich ein Machtwort sprechen, damit sich dieser Tarifkonflikt nicht in die kommende Spielzeit zieht!“ In der zu Ende gegangenen Saison fielen acht Vorstellungen durch Warnstreiks der Tänzer aus. Der Schaden, der der Opernstiftung seit April durch den streikbedingten Ausfall entstand, beläuft sich nach Verdi-Schätzungen auf rund 350.000 Euro. Die Compagnie hat sich bereits bis 14. August in die Sommerpause verabschiedet.