Kultur

Unesco will Kulturstätten in Syrien schützen

Illegaler Kunsthandel soll unterbunden werden

Das Unesco-Welterbekomitee hat eine Erklärung gegen die Zerstörung von Welterbestätten in Krisengebieten vorgestellt. „Wir müssen alles daransetzen, die Zerstörung von Welterbestätten durch Terrorismus zu beenden“, erklärte die Vorsitzende des Komitees, Staatsministerin Maria Böhmer (CDU), am Montag in Bonn. Bei dieser Zerstörung handle es sich um einen Akt der Kriegsführung.

Die Raubgrabungen und Plünderungen von Stätten wie Nimrud und Ninive im Irak dienten zudem als Finanzquelle des internationalen Terrorismus. Böhmer kündigte an, Experten aus Deutschland mit irakischen Archäologen zu vernetzen, die beim Wiederaufbau helfen könnten. Auch die Zivilgesellschaft sei gefragt. Sie könne beispielsweise nach Zerstörungen durch Naturkatastrophen helfen, wie zuletzt bei den schweren Erdbeben in Nepal.

In der „Bonner Deklaration“ fordert Böhmer gemeinsam mit Unesco-Generalsekretärin Irina Bokowa die internationale Staatengemeinschaft auf, dem illegalen Kunsthandel vorzubeugen. Die Länder, in denen eine Welterbestätte liegt, sind zu ihrem Erhalt verpflichtet, auch daran erinnert die Erklärung. Daher müssten sie in Krisensituationen schneller und effektiver reagieren. Wenn die Zerstörung von Welterbestätten als Kriegsverbrechen anerkannt würde, könnten auch die Täter entsprechend verfolgt werden, so Böhmer. Sie kündigte zudem eine stärkere Koordinierung der Staaten untereinander an. Auch die Unterstützung von UN-Friedensmissionen zum Wiederaufbau von Kulturstätten sei künftig denkbar.

Der irakische Tourismus- und Antiquitätenminister Adel Schirschab begrüßte die Resolution. Die Angriffe in Tunesien, Frankreich und Kuwait vom vergangenen Freitag hätten eine neue Botschaft des Terrors gesendet, sagte er. „Sie greifen das an, was unsere Existenz ausmacht.“ Auf die Bedrohung müsse eine weltweite Antwort erfolgen.