Florian Mehnert

Künstler gibt Ratte im Internet zum Abschuss frei

Der Künstler Florian Mehnert hat eine Ratte in eine Todeszelle gesetzt. Die auf sie gerichtete Waffe wird am 24. März entsichert. Im Internet kann dann jeder per Mausklick auf das Tier schießen.

Der Kunstbegriff ist von jeher ein weites Feld. Wie weit Kunst gehen darf, darüber wird gern und oft gestritten. Man muss allerdings auch immer größere Geschütze auffahren, um dabei noch provozieren zu können.

Der Künstler Florian Mehnert fährt die ganz sprichwörtlich auf. Seit Sonnabend 19 Uhr lässt der 44-Jährige eine weiße Laborratte per Webcam elf Tage lang überwachen. Am 25. März will er sie dann, erneut um Punkt 19 Uhr, zum Abschuss freigeben. Jeder, der sich daran beteiligen möchte, kann per Mausklick auf sie schießen – auf dem Computer oder auf dem Smartphone.

Protest gegen die globale Überwachung

„11 Tage“ hat der Meister sein Kunstprojekt gemacht, mit dem er auf die globale digitale Überwachung, auf den Einsatz von Kampfdrohnen, aber auch auf die Kultur der Egoshooter hinweisen möchte. „Die Kunst ist nicht, die Ratte zu töten“, betonte Mehnert gegenüber der Zeitung Bild.

Es gehe vielmehr um die elf Tage: „Es soll diskutiert werden, wie wir damit umgehen, dass wir permanent, weltweit und lückenlos überwacht werden.“ Bleibt nur die Frage, ob er es damit ernst meint. Und was der Tierschutz dazu sagt.