Bürgerpreis

Rupert Neudeck wird für sein humanitäres Engagement geehrt

Rupert Neudeck rettete mit den von ihm gegründeten Hilfsorganisationen Cap Anamur und Grünhelme zahllosen Menschen das Leben. Jetzt wurde der 75-Jährige für seine Verdienste mit dem Bürgerpreis geehrt.

Foto: Bernd Von Jutrczenka / dpa

„Ein Menschenleben zu retten, bedeutet, die Welt zu retten. Sie haben gleich Tausenden Menschen das Leben gerettet. Dafür verdienen Sie, Rupert Neudeck, den allerhöchsten Respekt, den man Ihnen erweisen kann“. Mit diesen Worten würdigte Bundesjustizminister Heiko Maas den Preisträger des diesjährigen Bürgerpreises der Zeitungen.

Der Gründer der Hilfsorganisation Cap Anamur zur Rettung vietnamesischer Flüchtlinge („Boatpeople“) und der Hilfsorganisation Grünhelme, Neudeck, wurde am Donnerstagvormittag in der Bertelsmann Repräsentanz Unter den Linden geehrt. Unter den Gästen war auch Politiker Wolfgang Thierse. Der zum fünften Mal ausgelobte Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Er soll Menschen als Bürger des Jahres ehren, die Herausragendes für die Gesellschaft leisten. Gemeinsam mit Maas sprach sich Neudeck bei der Verleihung für eine gemeinsame europäische Flüchtlingspolitik und eine „echte Willkommenskultur“ aus.

„Wenn wir den Menschen keinen legalen Weg geben, zu uns zu kommen, dann ist das auch nichts anderes als ein Konjunkturprogramm für Schlepperbanden“, sagte der Bundesjustizminister. Europa mache den Schlepperbanden gegenwärtig das Geschäft „so leicht und so gewinnträchtig wie noch nie“, ergänzte Neudeck. Dabei sei die Gesellschaft zu humanitären Großtaten bereit, damals wie heute. Das Preisgeld möchte Neudeck, der unter anderem mit seiner Frau Christel angereist war, für ein aktuelles Flüchtlingsprojekt im Nordirak einsetzen.

Der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, Helmut Heinen, betonte mit Blick auf die aktuelle Krisen- und Flüchtlingssituation die große Bedeutung der Medien „und gerade auch unserer Zeitungen“ als Berichterstatter. „Wenn in vielen Regionen dieser Erde Menschen Opfer von nie gekannter Gewalt und Unterdrückung werden, sind es die Journalisten, die für notwendige Aufklärung sorgen.“