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Staatsoper Unter den Linden wird zum „Mini-BER“

Die Staatsoper Unter den Linden wird einfach nicht fertig. Jetzt wurde bekannt, dass die Kosten noch einmal steigen, um 93 Millionen Euro. Außerdem verzögert sich die Eröffnung erneut.

Foto: Stephanie Pilick / dpa

Nach dem Flughafen BER hat der Berliner Senat die nächste Pannen-Baustelle: Die Sanierung der Staatsoper Unter den Linden wird um weitere 93 Millionen Euro teurer. Dies sagte Berlins Senatsbaudirektorin Regula Lüscher am Mittwoch bei einer Begehung der Baustelle. Damit steigen die Gesamtkosten für das Projekt auf 389 Millionen Euro. Ursprünglich sollte der Umbau des Opernhauses rund 242 Millionen Euro kosten.

Doch damit nicht genug: Die Staatsoper Unter den Linden wird früshestens im Herbst 2017 wieder eröffnet, wie Lüscher weiter bekanntgab. Das Haus wurde im Sommer 2010 für die Sanierungsarbeiten geschlossen. Seitdem spielt das Ensemble im Schiller Theater an der Bismarckstraße in Charlottenburg.

Vor vier Jahren war der Zeitplan ein anderer: Damals hieß es von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, die Staatsoper könne schon im Herbst 2013 in ihr Stammhaus Unter den Linden zurückkehren.

Der Bund hat seine finanzielle Beteiligung auf 200 Millionen Euro begrenzt. Die Mehrkosten muss das Land Berlin tragen.

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„Die Kosten explodieren, und ein Eröffnungstermin ist nicht in Sicht – langsam macht die Staatsoper dem BER Konkurrenz“, sagte der baupolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Andreas Otto, am Mittwoch. Er warf dem Senat vor, dass die Probleme „hausgemacht“ seien. Beispielsweise seien die Bauarbeiten unzureichend vorbereitet gewesen, erklärte Otto. So wurden im Jahr 2012 Holzpfähle, die 17 Meter im Untergrund eingeschlagen worden waren, entdeckt, die die Bauarbeiten deutlich verzögerten. Die geplante unterirdische Verbindung zwischen dem Opernhaus und den Probebühnen konnte deshalb zunächst nicht gegen das Grundwasser isoliert werden.

Längere Bauzeit bringt höhere Kosten mit sich

Warum man den Boden nicht zuvor untersucht hatte, obwohl allen Historikern bekannt ist, dass der Grundwasserspiegel in Berlin, vor allem in der Stadtmitte sehr hoch ist und im 18. Jahrhundert Gebäude deshalb auf Holzpfählen errichtet wurden, blieb schon damals offen. Es hieß nur, normalerweise seien die Pfähle nur fünf Meter tief in den Boden geschlagen, mit einem solchen Problem habe man nicht gerechnet.

Die längere Bauzeit bringt nun auch höhere Kosten mit sich. Insgesamt werde der Umbau 389 Millionen Euro verschlingen, sagte Frau Lüscher. 200 Millionen Euro davon übernimmt die Bundesregierung, die restliche Summe muss Berlin aufbringen. Für das Land Berlin ist das eine enorme zusätzliche Belastung.

Auch für den künftigen Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD), der am kommenden Donnerstag im Abgeordnetenhaus gewählt werden will, kommt die Hiobsbotschaft zur Staatsoper zur Unzeit. Denn Müller, der Ende 2011 Stadtentwicklungssenator in Berlin wurde, ist in dieser Funktion für den Umbau der Staatsoper verantwortlich. „Senator Müller selbst hat sich seinen Mini-BER geschaffen, der ihn nun auch als Regierender Bürgermeister und Kultursenator begleiten wird“, sagte der Grünen-Abgeordnete Otto.

Der Flughafen BER sollte im Jahr 2012 eröffnet werden. Wegen der Probleme mit der Brandschutzanlage ist jedoch unklar, wann er in Betrieb gehen kann. Experten rechnen mit einer Eröffnung frühestens Ende 2017, die Kosten liegen derzeit bei rund fünf Milliarden Euro – doppelt so viel wie geplant.