Heinrich Schütz Musikfest

„Herrliche Music“ aus schrecklichen Zeiten

Das Heinrich Schütz Musikfest ist das einzige überregionale Festival zu Ehren des ersten deutschen Komponisten von Weltrang. Dessen Lebenszeit (1585-1672) umspannte den gesamten Dreißigjährigen Krieg.

Foto: Ditte Capion

Der Franzose Michel Godard genießt als Jazzmusiker europaweit große Anerkennung. Mit seinen Instrumenten, der Tuba und dem historischen Blasinstrument, dem Serpent, setzt sich Godard unter anderem auch für die Alte Musik ein.

Dass Alte Musik bisweilen auch sehr jung klingen kann, beweist seit 1998 alljährlich das Heinrich Schütz Musikfest, bei dem Godard in zwei Konzerten Werke von Schütz und Monteverdi ins Heute überträgt. Das Fest ist das einzige überregionale Festival zu Ehren von Heinrich Schütz (1585-1672), dem ersten deutschen Komponisten von Weltrang, dessen Lebenszeit den gesamten Dreißigjährigen Krieg umspannte.

Konzerte in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt

Vom 10. bis 19. Oktober wird daher unter dem Motto „eine herrliche Music anzuordnen“ in Bad Köstritz, Gera, Weißenfels, Zeitz, Halle und Dresden nach der Verflechtung von Kunst und Politik gefragt. Ein Frage, die für das Zeitalter von existenzieller Bedeutung war. In insgesamt 40 Veranstaltungen sind renommierte Musiker wie Ars Nova Copenhagen und Concerto Copenhagen, Musica Fiata aus Köln, das französische Ensemble Sagittarius und der Countertenor Franz Vitzthum zu hören.

Anlass für Stadtbesichtigungen

Zudem bietet das Musikfest eine hervorragende Gelegenheit, die Städte, in denen Schütz lebte und arbeitete, kennenzulernen. So findet traditionell in der Altstadt von Weißenfels, diesmal am 11. Oktober, ein Wandelkonzert mit vielen heimischen Ensembles statt, bei dem man an zahlreichen Sehenswürdigkeiten der bevölkerungsreichsten Stadt des Burgenlandes vorbeikommt. In Weißenfels und Bad Köstritz kann man sich in den Heinrich-Schütz-Häusern in die Welt des Komponisten hineinversetzen.

Foto: Peter Bastian