Club-Konzert

Israels größte HipHop-Hoffnung

Judah und Tedross kommen aus Netanja. Gemeinsam bilden sie das charismatische Duo Axum, das nun zur schweißtreibenden Party in den Berliner Yaam Club lädt.

Foto: Yaam

In ihrem offiziellen Video „Pocket full of money“ wird mit dicken Geldbündeln gewedelt, vor allem wenn heiße Bräute in Sichtweite sind. Axum, das israelische HipHop- und Dancehall-Duo, beherrscht das typische Rapper-Gehabe. Doch das kommt meist mit einem Augenzwinkern rüber.

Nun ist Netanja, der Badeort am Mittelmeer, auch nicht die Bronx. Trotzdem fristen hier eine Menge Menschen ihr Dasein nicht gerade auf der Sonnenseite des Lebens. „Ich bin nicht Rothschild“ heißt es denn auch lakonisch in dem Axum-Song „Ma im hakessef?“ (Was ist mit dem Geld?), der sich mit dem alltäglichen Kampf vieler Israelis befasst, pekuniär über die Runden zu kommen.

Axum, das sind Judah (bürgerlich: Gilor Yehuda) und Tedross (Reuben Aragai). Der Band-Name erinnert an ein spätantikes Königreich im heutigen Äthiopien. Tedross zählt zu den ersten äthiopisch-stämmigen Israelis, die im Land geboren wurden. Judah, der in einem der ärmsten Viertel Netanjas aufwuchs, hat jemenitische und marokkanische Vorfahren. Beide wurden als Teenager über die Passion für HipHop und Reggae unzertrennliche Freunde. Axum, deren erstes Album 2009 erschien, entwickelten eine ganz eigene wilde Mixtur, in der Zutaten aus dem Mittleren Osten und Äthiopien für die richtige Würze sorgen. Die Sänger nennen es selbst einfach Musik „me toch haneshama“, aus dem Innersten der Seele. Gesungen wird in Hebräisch, Englisch und Patois, dem Kreolisch aus Jamaika.

Erfolge in Europa und den USA

Die israelische Tageszeitung „Jediot Achronoth“ bezeichnete Axum als Israel größte HipHop-Hoffnung. Mit Leidenschaft, Energie und Seele bringen Judah und Tedross ihre charismatische Liveshow auf die Bühne, wovon sich neben den israelischen Fans auch schon das Publikum in Europa und den USA überzeugen konnte. Internationale Größen wie Capleton, Beenie Man & Shaggy verpflichteten Axum für ihr Vorprogramm.

Bei dieser Band und diesem Groove wäre eine Saalbestuhlung sicher eine Fehlinvestition. Auch der Auftritt bei den Jüdischen Kulturtagen im Yaam, seit Jahren einer der angesagten Clubs in Berlin, wird sich wohl nach wenigen Takten zur schweißtreibenden Party entwickeln. Das Konzert von Axum klingt mit einer Aftershowparty von DJ San Gabriel (liveDEMO/Berlin) & Sabbo (Soulico Crew/Tel-Aviv) aus.

Yaam Club, 13. September, 22 Uhr

Foto: Dima Haver