Südafrika

Nobelpreisträgerin Nadine Gordimer gestorben

Nadine Gordimer kämpfte in ihren Büchern gegen die Apartheid in Südafrika. 1991 wurde sie mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Jetzt starb sie im Alter von 90 Jahren.

Foto: RADU SIGHETI / Reuters

Die südafrikanische Literaturnobelpreisträgerin Nadine Gordimer ist tot. Sie starb am Sonntag im Alter von 90 Jahren in ihrem Haus in Johannesburg, wie südafrikanische Medien (Montag) unter Berufung auf ihre Familie berichteten. Im Zentrum ihrer Romane, Erzählungen und Essays standen die Apartheid in Südafrika und deren Folgen für das Zusammenleben der Bevölkerungsgruppen im Land. 1974 erhielt Gordimer den Booker Prize und 1991 den Literaturnobelpreis.

Gordimer wurde im November 1923 in Springs in der Region Transvaal geboren. Ihr Vater war ein jüdischer Emigrant aus Litauen, ihre Mutter Engländerin. Gordimer wurde oft als „Chronistin Südafrikas“ bezeichnet, die die Wirkungsmechanismen des Rassismus in ihrem Land erzählerisch, politisch und mitunter ironisch aufdeckte. Zu ihren bekannten Romanen gehörten Entzauberung (1953), Anlass zu lieben (1963), Der Besitzer (1974), Burgers Tochter (1979) und Die Geschichte meines Sohnes (1990). Auch nach dem Ende der Apartheid Anfang der 90er Jahre blieb Gordimer eine kritische wie selbstkritische Beobachterin ihres Landes.