Ausstellung

Reif für die Insel - Als die Royals aus Hannover kamen

Vor 300 Jahren wurde Georg I. aus dem Haus Hannover zum König von Großbritannien gekrönt. 123 Jahre saßen danach Hannovers Herrscher auf dem Thron. Museen in Hannover und Celle erinnern an die Epoche.

Foto: Historisches Museum Hannover

Die Gründung der Universität Göttingen, der Triumph Georg Friedrich Händels, Mode, Reisen, Pferde, Tee: Die Themenvielfalt ist gewaltig, wenn man hinterfragt, was es eigentlich bedeutet, dass Hannovers Herrscher 123 Jahre auf Englands Thron saßen. Vor exakt 300 Jahren wurde mit Georg I. ein Kurfürst aus dem Haus Hannover zum König von Großbritannien gekrönt. Zum Jubiläum der Thronbesteigung beleuchtet die Niedersächsische Landesausstellung „Als die Royals aus Hannover kamen“ diese spannende Epoche, in der zwei Territorien in Personalunion regiert wurden.

Vom 17. Mai bis 5. Oktober widmen sich fünf Museen und Schlösser in Hannover und Celle diesem Kapitel. In der zentralen Ausstellung im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover sind rund 450 herausragende Exponate zu sehen, darunter die Staatskrone Georgs I. sowie weitere kostbare Leihgaben aus der Royal Collection. Im Landesmuseum erhält man einen Überblick über die gesamte Zeit der Personalunion. Anhand der Biografien von Georg I., Georg II., Georg III., Georg IV. und Wilhelm IV. werden das Wirken der Könige und wichtige Ereignisse der Zeit, etwa der siebenjährige Krieg, Amerikas Unabhängigkeitskampf oder die napoleonische Zeit, beleuchtet.

In den Museumsflügeln des wiedererrichteten Schlosses Herrenhausen wiederum wird vom jungen Kurfürstentum Hannover vor und in der Frühzeit der Personalunion erzählt. Die Glanzstücke der Sammlung des Reichsgrafen Johann Ludwig von Wallmoden-Gimborn (1736-1811), einem unehelichen Sohn Georgs II., können nach 200 Jahren dank internationaler Leihgeber erstmals wieder gemeinsam präsentiert werden.

Blick hinter die prunkvolle Fassade

Macht und Pracht der Welfen sind im Residenzmuseum im Celler Schloss zu bestaunen. In der Ausstellung geht es um das Haus Braunschweig-Lüneburg auf dem Weg nach London. Am Originalschauplatz wird auch hinter die prunkvolle Fassade geschaut: Töchter stürzten ihre Väter vom Thron, Söhne wurden vom eigenen Vater inhaftiert. Durch Heiraten, Kriege und Feste trieben die Welfen ihren Aufstieg systematisch voran.

„Königliches Theater“ erwartet auch den Besucher des Wilhelm-Busch-Museums in Hannover, allerdings auf Papier. Von der britischen Einblattkarikatur aus der Zeit der Personalunion bis zu den Pressekarikaturen der Gegenwart reicht die Ausstellung, die mit 250 hochkarätigen Exponaten ein lebendiges Bild der Monarchie und der britischen Gesellschaft zeichnet, wobei Majestätsbeleidigung kein Tabu ist.

Der Staatswagen Nr. 1 und seine Geschichte stehen im Historischen Museum Hannover im Mittelpunkt. Diente die repräsentative Kutsche doch zwei Königreichen. 1782 für die Eröffnung des Parlaments in London gebaut, wurde sie 1814, nach dem Sieg über Napoleons Truppen und der Erhebung Hannovers zum Königreich, auf das Festland gebracht. Georg IV. stand die Kutsche 1821 bei dessen lang ersehntem Besuch zur Verfügung.

Umfangreiches Programm in der Region

Bis heute erinnert in Großbritannien und Hannover vieles an die Zeit, in der es einen regen Austausch in vielen Bereichen, in Politik, Wissenschaft und Kultur gab. Entsprechend üppig ist neben den fünf einzelnen Ausstellungen, die man einzeln oder mit Kombiticket besuchen kann, auch das Rahmenprogramm.

Unter anderem wird die Krönungsfeier Georgs I. nachinszeniert, es gibt Opern-Uraufführungen, Gartenfestivals und Feuerwerkswettbewerb. Führungen, Rundfahrten und Workshops werden unter dem royalen Blickwinkel angeboten. Für anreisende Besucher schnürt die Hannover Marketing & Tourismus GmbH spezielle Erlebnispakete. Dazu gehört auch die „Royal Box“, ein Kultur-Geschenk-Paket zur Landesausstellung, das wahrhaft königliche Freuden verspricht.

Informationen unter Tel.: (0511) 9807686 oder www.royals-aus-hannover.de

Foto: THE ROYAL COLLECTION / Royal Collection Trust / © Her Majesty Queen Elizabeth II, 2014

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.