Fernsehen

Neue Tagesschau – Das Ergebnis kann sich sehen lassen

Deutschlands älteste Nachrichtensendung, die ARD-„Tagesschau“, kommt jetzt aus einem neuen Studio mit modernster Technik. Was sich geändert hat und was geblieben ist.

Foto: Tagesschau

Natürlich gibt es ihn noch, den Gong, und die Erkennungsmelodie barg eine Überraschung: Sie wirkt klassischer, dramatischer, als wäre sie auf ihre wesentliche Botschaft reduziert worden. Henning Lohner, bekannt als langjähriger Mitarbeiter von Hollywood-Musiklegende Hans Zimmer, hat sich zurückgehalten mit Experimenten und die Streicher wieder stärker in den Vordergrund gestellt, die den Zuschauer auch am Ende fast melancholisch verabschieden.

Imposanter dagegen das optische Erscheinungsbild: Als die Kamera sich auf Chefsprecher Jan Hofer niedersenkte und der die erste Nachricht aus der Ukraine verlas, da wusste man zuerst nicht recht, wo man hinschauen sollte. Und auch die bildschirmfüllenden Hintergrundoptiken, vor denen sich der Sprecher ein wenig verliert, werden erst ein wenig gewöhnungsbedürftig bleiben.

Wenn es Nachrichten über die Nachrichten gibt, dann bewegt das die Nation. Auch wenn die Gründe vielleicht inzwischen andere sind als noch vor 20 Jahren, als das Hochamt des öffentlich-rechtlichen Informationsauftrags, die ARD-„Tagesschau“ um 20 Uhr, den Tagesablauf in weiten Teilen des Landes strukturierte. Heute, wo das Öffentlich-Rechtliche nicht mehr nur für Geräte, sondern für jeden Haushalt Gebühren einfordert, steht die Sendung unter besonderem Legitimationsdruck. Und so haben die 24 Millionen Euro, die in Hamburg-Lokstedt für das neue Design investiert wurden, für Gerede gesorgt.

Zu besichtigen ist nun ein neues Studio, 320 Quadratmeter groß. Ein großer Teil des Geldes dürfte in sein Imponierstück geflossen sein: Eine 18 Meter lange Panoramawand, die von sieben Projektoren mit Filmen, Grafiken oder mit 3D-Animationen bespielt werden kann, in HD-Qualität und verzerrungsfrei. Ihre technische Komplexität sorgte für die jahrelange und oft kritisierte Verzögerung des Projekts.

Nach der ersten und pannenfreien Sendung kann man vielleicht bemängeln, dass die Schriften der Einblendungen weniger gut lesbar sind als zuvor. Aber sonst kann sich das Ergebnis sehen lassen.

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