Staatsoper Berlin

Im Schiller-Theater dominiert das Wagner-Jahr 2013

Während die Sanierung der Staatsoper Unter den Linden vorangeht, wird im Ausweichquartier, dem Schiller-Theater, der "Ring" vollendet.

Foto: DAPD

Der Termin steht fest: Am 3. Oktober 2014 soll der Umzug aus dem Schiller-Theater zurück in die Staatsoper Unter den Linden vollzogen sein. Dann will Generalmusikdirektor Daniel Barenboim persönlich ans Pult treten und das sanierte Haus feierlich wiedereröffnen. Mit welchem Stück, das ist noch geheim. Was den Umzug betrifft, geben sich Barenboim und Intendant Jürgen Flimm auf der Jahrespressekonferenz der Staatsoper betont lässig. „Wir verlassen uns ganz cool auf das, was uns gesagt wird“, sagt Flimm. „Jawohl“, sagt Barenboim. „Allerdings ist es mit einem Bau wie mit einer schwangeren Frau: Das Baby ist erst fertig, wenn es geboren wurde.“ Ganz so entspannt war die Stimmung nicht immer, schließlich sollte das Haus Unter den Linden ursprünglich bis 2013 komplett saniert sein. Doch dann stieß man auf einen Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg, der den Weg verstellte, um einen unterirdischen Verbindungsgang zwischen Opernhaus und Intendanzgebäude anzulegen.

Die Verzögerung kostet das Haus vier Millionen Euro – Einnahmeverluste. Denn ein Jahr später umziehen bedeutet schließlich ein Jahr länger im Schiller-Theater spielen. Und das hatte gravierende Startschwierigkeiten. Das Publikum wollte einfach nicht von Mitte nach Charlottenburg mit umziehen. Aber diese eineinhalb Jahre lange Durststrecke scheint überwunden, denn für die laufende Saison vermeldet Intendant Flimm nun eine Auslastungssteigerung von acht Prozent. 155.000 Gäste kamen zu 264 Veranstaltungen ins Schiller-Theater, was einer Auslastung von 89 Prozent entspricht, fast soviel wie im Stammhaus.

"Eine ganz heikle Veranstaltung"

Für die dritte Spielzeit im Ausweichspielquartier kündigt Flimm sieben Premieren an, sowie sechs Neuinszenierungen in der Werkstattbühne. In der neuen Spielzeit 2012/2013 will die Oper nun mit knapp 400 Veranstaltungen aufwarten. Eröffnen sollen sie als Beitrag zum Wagner-Jahr 2013 (200. Geburtstag und 130. Todestag des Komponisten) die beiden letzten Teile des „Ring des Nibelungen“, die anschließend in der Mailänder Skala gezeigt werden: Am 3. Oktober dirigiert Barenboim den „Siegfried“ in einer Inszenierung von Guy Cassiers. Die „Götterdämmerung“ folgt am 3. März 2013, bevor der komplette Ring bei den Festtagen ab dem 23. März zu sehen sein soll.

Die nicht durchweg positiven Kritiken der beiden ersten Teile rechtfertigt Flimm mit der Komplexität des Werks. „Der ‚Ring' ist eine ganz heikle Veranstaltung. Aus einem Guss habe ich ihn noch nirgends gesehen“, sagt der Intendant. „Es sind vier Brocken, die manchmal unvereinbar sind und die der Regisseur doch zusammenführen muss.“ Barenboim sei aber einer der besten Wagner-Dirigenten und auch auf die Staatskapelle sei Flimm sehr stolz. Barenboim kündigt unterdessen an, zu seinem 70. Geburtstag am 15. November ein Klavierkonzert in der Philharmonie unter der Leitung seines Kollegen und Freundes Zubin Mehta spielen zu wollen. Mit der Staatskapelle will er als Solist Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 und Tschaikowskys erstes Klavierkonzert umsetzen. Barenboim wirbt explizit für die 17 Werke aus dem Repertoire der Oper, „die leider nicht die gleiche Beachtung finden, wie die Premieren“. Dabei handele es sich um Stücke, die bereits gut ausgearbeitet seien. Er selbst habe in der laufenden Spielzeit mit Freude zwei Stücke aus dem Repertoire dirigiert.

In der kommenden Spielzeit inszeniert außerdem Hans Neuenfels Mozarts „La Finta Giardiniera“ und hat dafür das Libretto umgeschrieben, Philipp Stölzl bringt Wagners „Der Fliegende Holländer“ unter der musikalischen Leitung von Daniel Harding auf die Bühne. Internationale Sänger wie René Pape, Waltraud Meier, Peter Seiffert und Irene Theorin sollen auf der Bühne stehen.