Country

Lambchop spenden Trost für verlorene Spiele

Maler, Musiker und Fußbodenfachmann: Kurt Wagner, Kopf der Band Lambchop, ist alles, bloß nicht einseitig. Beim neuen Album "Mr. M" geht es mit Ambient-Country dennoch traditionsbewusst zu.

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Kurt Wagner lebt und singt in Nashville, er kam mit der Baseballkappe auf die Welt, und selbstverständlich hält er es nicht mit den großen New York Yankees, sondern mit den kleinen New York Mets. Sein neues Album wollte er unter dem Titel „Mr. Met“ veröffentlichen. Dies wurde ihm von den Anwälten der Mets verboten. Und nun heißt die Platte „Mr. M“, und Wagner weiß, wie schlecht die Welt ist, selbst die bessere.

Seit 20 Jahren spielt er mit der Gruppe Lambchop seinen kauzigen Ambient-Country. Seit zehn Jahren kann er als gelernter Fußboden- und Fliesenleger sogar davon leben. Wieder spielen Lambchop Wagners Songs bedächtig vor sich hin. Die Lieder Balladen zu nennen, wäre haltlos übertrieben. Man kann die Musik in Ruhe und von allen Seiten untersuchen. „The Good Life (Is Wasted)“, „If Not I’ll Just Die“ und „Mr. Met“, den vorgesehenen Titelsong.

Kurzerhand zum Requiem erklärt

Das Album sollte eigentlich vom kleinen Leben handeln, dann von den Gemälden, die Kurt Wagner nebenbei malt, seit er kein Parkett mehr legen muss. Als Wagners Freund, der Musiker Vic Chesnutt , sich das Leben nahm, wurde die Platte kurzerhand zum Requiem erklärt. Das ist das Großartige an den Liedern von Kurt Wagner: Trost spendet sie immer, für verlorene Spiele wie für tote Kameraden.

Lambchop: Mr. M (City Slang)