Große Werkschau

Mehr als 80.000 Besucher bei Richter-Ausstellung

Täglich kommen mehr als 4000 Menschen in die Neue Nationalgalerie in der Nähe des Potsdamers Platzes in Berlin-Tiergarten. Die Wartezeiten seien allerdings nicht all zu lang, heißt es. Höchstens eine Stunde müsse man anstehen.

Foto: dpa / dpa/DPA

Die große Werkschau des Malers Gerhard Richter in Berlin hat in den ersten drei Wochen bereits mehr als 80.000 Besucher angezogen. Im Schnitt kommen täglich etwa 4000 Menschen in die Neue Nationalgalerie in der Nähe des Potsdamer Platzes. „Dass das Interesse so lange so groß bleibt, hat fast schon MoMA-Charakter“, sagte eine Sprecherin. Weil jeweils etwa 800 Besucher eingelassen werden könnten, seien die Wartezeiten aber nicht allzu lang – höchstens eine Stunde.

Die Ausstellung „Gerhard Richter: Panorama“ zeigt 130 Bilder und fünf Skulpturen aus allen Schaffensperioden des Künstlers. Darunter sind Ikonen der modernen Malerei wie das Frauenporträt „Betty“ (1988) oder das Bild „Kerze“, das kürzlich auf einer Auktion zwölf Millionen Euro einbrachte. Zu sehen sind aber auch unbekannte Arbeiten und viele der berühmten großformatigen Abstraktionen.

Der in Köln lebende Richter gilt als einer der weltweit wichtigsten zeitgenössischen Künstler. Die Ausstellung wurde ihm zu seinem 80. Geburtstag am 9. Februar gewidmet. Sie entstand in Zusammenarbeit mit der Tate Modern in London und dem Pariser Centre Pompidou.

In Berlin ist neben der Schau in der Neuen Nationalgalerie auf der Museumsinsel auch Richters wohl umstrittenstes Werk zu sehen – der Zyklus „18. Oktober 1977“. Die 15 Bilder setzen sich mit der „Todesnacht von Stammheim“ auseinander, als die RAF-Terroristen Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in ihren Zellen Selbstmord begingen. Eine weitere Ausstellung in der Berliner Galerie Me Collectors Room widmet sich den Druckgrafiken, Fotos und Plakaten Richters.