Katholische Kirche

Papst Benedikt warnt vor Reizen aus dem Internet

Moderne Medien könnten zu einer Reizüberflutung führen, kritisiert Papst Benedikt XVI. Wichtig seien sie aber trotzdem – für die Verbreitung der christlichen Botschaft.

Foto: picture alliance / Stefano Spaziani

Papst Benedikt XVI. hat vor einer Reizüberflutung durch moderne Medien gewarnt und zu einer größeren Wertschätzung der Stille und des Schweigens aufgerufen. Besonders im Internet werde der Mensch mit „Antworten auf Fragen bombardiert, die er sich nie gestellt hat, und auf Bedürfnisse, die er nicht empfindet“, schreibt der Papst in seiner Botschaft zum Weltmediensonntag.

Demgegenüber seien Momente der Stille unverzichtbar, um Wichtiges von Unnützem und Nebensächlichem zu unterscheiden. Die Stille müsse ein „wesentliches Element der Kommunikation“ sein, so Benedikt XVI. Zugleich betonte der Papst die Bedeutung sozialer Netzwerke , Websites und SMS-Nachrichten für die Verbreitung der christlichen Botschaft.

Gott spreche auch durch Schweigen

In „der komplexen und bunten Welt der Kommunikation“ zeige sich auch ein Interesse vieler Menschen für existenzielle Fragen. Moderne Medien könnten auch helfen, „Momente des Nachdenkens und echten Fragens zu erleben“. Sie böten Raum für Meditation und Gebet sowie einen Gedankenaustausch über die christliche Botschaft .

Suchmaschinen und soziale Netzwerke seien inzwischen für viele Menschen, die Rat, Informationen und Antworten suchten, der Ausgangspunkt der Kommunikation. Das Netz werde immer mehr „der Ort von Fragen und Antworten“, so das Kirchenoberhaupt. Jedoch gebe es ohne Stille keine „inhaltsreichen Worte“. Für Christen sei Stille von besonderer Bedeutung, weil Gott auch durch sein Schweigen zu den Menschen spreche.

Die Botschaft zum „Welttag der sozialen Kommunikationsmittel“ trägt in diesem Jahr den Titel „Stille und Wort: Weg der Evangelisierung“. Der 46. Weltmediensonntag wird von der katholischen Kirche in den meisten Ländern am 20. Mai 2012 begangen, in Deutschland am zweiten Sonntag im September. Die Papstbotschaft dazu wird traditionell schon im Januar veröffentlicht.