Dschungelcamp – Tag 7

"Micaela, pack bitte endlich deine Brüste ein!"

Micaela hat geschafft, was noch keiner vor ihr bei RTL gelang: Man bittet sie, sich etwas anzuziehen. Raven hat ein anderes Problem: Gestank fressen Seele auf.

Würden die Hip-Hopper von "Fettes Brot" ihr "Bettina" ein wenig umdichten, es wäre dieser Tage sicher wieder ein großer Hit: "Micaela, pack deine Brüste ein! Micaela, zieh dir bitte etwas an!"

Wo gibt‘s denn so was? Sogar die männlichen Camp-Insassen flehen das dauernackte Erotikmodel an, sich endlich zu bekleiden. "Das Nacktsein steht mir schon bis zum Hals", nölt Daniel Lopes und auch Rocco Stark findet es inzwischen nur noch "unsexy und abnormal" und vergleicht den IQ der 28-Jährigen mit einem "Toastbrot". Harte Worte – aber die Wahrheit darf man sagen.

Sogar Brigitte Nielsen, die ja nun wirklich nicht für ihre Prüderie bekannt ist, empört sich: "Wir sind nicht in einer Sex-Show hier, wir sind im Dschungelcamp." Ein absolutes Novum in der RTL-Geschichte: Zum ersten Mal geht die "Sex sells"-Philosophie nicht auf und weicht extremen Ermüdungserscheinungen:

In den ersten ein bis zwei Tagen der sechsten Staffel, da guckte man noch interessiert, wenn Mica ihren festbetonierten Kunstbusen blitzen ließ. Jetzt gähnt man nur noch – und greift zur Fernbedienung.

Rumpelstilzchen Vincent Raven wird abartig

Die scharfsinnige Brigitte stellt die Fragen, die sich alle Stellen: 1. Was denken die Eltern, wenn sie ihre Tochter so sehen? 2. Vielleicht will sie gerne Pornos machen? Da könnte sie ihre – heute in den Äther hinausposaunte – geheimste Sexfantasie dann auch endlich verwirklichen: einem Mann und einer vollbusigen Blondine beim Liebesspiel zusehen. Und sie bekäme sogar noch Geld dafür. Traumjob!

Die Kandidaten hören erst auf, sich über Micaela aufzuregen, als ein anderer die Rolle des Rumpelstilzchen ganz für sich allein beansprucht: Vincent Raven erweist sich als äußerst schlechter Verlierer bei der Schatzsuche.

Die Aufgabe: Wer kann sich länger an einem in drei Meter Höhe gespannten Seil über einem Tümpel festhalten? Rocco gewinnt, denn Vincent plumpst als erster in die bestialisch stinkende Brühe. Und tobt danach stundenlang durchs Camp wie ein wildgewordener Derwisch. "Ich werde abartig, glaub mir, ich werde bösartig", bellt er. Oh ja, das glauben wir ihm gern.

Als er ankündigt, sofort das australische Urwald-Lager zu verlassen, blickt er in ausnahmslos verständnislose Gesichter. "Der Gestank ist nicht in meine Kleider, er ist in meine Seele rein", erklärt er. Ah, jetzt versteht man ihn – nicht. Er startet noch einen Versuch: "Ich stinke nicht nach Scheiße, ich bin Scheiße." Selbsterkenntnis ist ja bekanntlich der erste Schritt zur Besserung.

Nachdem er sich jedoch im Dschungelsee die Seele reingewaschen hat – und nebenbei auch das erste Mal seit sieben Tagen die Haare – lässt er sich doch herab, noch ein wenig zu bleiben. Welche Überraschung.

Niveau hält Einzug ins Dschungelcamp

Gehen muss Martin Kesici – allerdings nur zur Dschungelprüfung. Die letztjährigen Kandidaten Sarah "Dingens" Knappik, Katy Karrenbauer und Rainer Langhans stellen ihm am Telefon knifflige Fragen, während er mit Aalen, Kakerlaken und Skorpionen überschüttet wird, die sich allesamt in seinen Zottelhaaren wie zuhause fühlen. Er holt sieben Sterne. Eine ordentliche Ausbeute, an und für sich. Doch offenbar reichte es dem Musiker daraufhin: Er stieg aus der Show aus, berichtete RTL am Freitagmorgen in „Punkt 9“.

Übrigens: Wer immer noch sagt, das Dschungelcamp hätte kein Niveau, der wurde am siebten Tag eines Besseren belehrt. Denn heute wurde, aus Rücksicht auf die wachsende Zuschauerzahl aus Akademikerkreisen, sogar eine schwierige Politikfrage in die Dschungelprüfung eingebaut: "Wie nennt Edmund Stoiber seine Frau? Mumu, Muschi oder Pussy."