Sprache

Plattdeutsches Zentrum für die Nordkirche gefordert

In der fusionierten evangelischen Kirche Nordelbiens, Mecklenburgs und Vorpommerns soll auch Platt "verbindendes Element zwischen unseren Kirchen" werden.

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In der jüngst beschlossenen Nordkirche sollte ein plattdeutsches Zentrum mit einer eigenen Pfarrstelle eingerichtet werden. Dies haben die plattdeutschen Arbeitskreise der nordelbischen, mecklenburgischen und pommerschen Kirche gefordert. "Die Verkündigung in plattdeutscher Sprache ist das große verbindende Element zwischen unseren drei Kirchen", begründet der Öllermann des Plattdüütsch Krink in de Kark Nordelbiens, Pastor Peter Schuchardt, den Vorstoß.

Die Fusion der nordelbischen, mecklenburgischen und pommerschen Kirche zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) war auf der Synode vom 5. bis 8. Januar in Rostock-Warnemünde beschlossen worden. Sie wird insgesamt 2,3 Millionen Mitglieder haben.

Als Minderheitensprache anerkannt

Die drei evangelischen Arbeitskreise hatten am vergangenen Wochenende eine gemeinsame Arbeitstagung in Ratzeburg. Sie schlagen vor, im feierlichen Gründungsgottesdienst der Nordkirche am Pfingstsonntag (27. Mai) im Ratzeburger Dom ein plattdeutsches Element einzubauen.

Das Platt- oder Niederdeutsche war in weiten Teilen Norddeutschlands verbreitet. Da Martin Luther die Bibel ins Frühneuhochdeutsche übersetzte und damit maßgeblich dazu beitrug, dass das Hochdeutsche zur Standardsprache wurde, wurde das Niederdeutsche zunehmend marginalisiert. Heute wird die Zahl seiner regelmäßigen Sprecher mit vier Millionen angegeben. Nach der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen ist Platt seit 1999 in Deutschland anerkannt und geschützt.